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Sonntag, 21. März 2010
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Großbrand in Bocholt
Brandstiftung nicht ausgeschlossen
Irina Fernandes am 7.02.2010 18:49 Uhr
BOCHOLT Intensiver Brandgeruch lag gestern den ganzen Tag über Bocholt. In der westmünsterländischen Stadt geriet am frühen Sonntagmorgen eine Lagerhalle einer Textilfabrik in Brand. 130 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Flammen zu löschen. Der Schaden liegt Schätzungen zufolge in Millionenhöhe. Die Brandursache ist noch unbekannt.
Brand in Bocholter Textilfabrik
Der 200 mal 200 Meter grosse Gebäudekomplex einer Textilfabrik wurde bei dem Großbrand vollständig zerstört.
Foto: ddp
„Es ist schon einige Jahre her, dass wir in Bocholt einen solchen Großbrand hatten“, sagt Einsatzleiter Egon Weikamp von der Bocholter Feuerwehr. Um 6.49 Uhr sei der Brand der Polizei gemeldet worden.

Alle Löschzüge der Bocholter Feuerwehr rückten kurz darauf aus, Verstärkung kam von den Feuerwehren in Rhede und Borken, ebenso von 20 Versorgungskräften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie einer kleinen Einheit des Technischen Hilfswerks (THW).

Aus einer Lagerhalle der Textilfabrik Ibena in einem Industriegebiet am Rande der Bocholter Innenstadt schlugen bis 11 Uhr meterhohe Flammen. „Es brannte auf einer Fläche von 60 mal 80 Metern, also rund 5000 Quadratmetern“, so Weikamp. Wolldecken und andere Stoffe seien in Brand geraten. Das Dach der Halle stürzte ein, nur die Backsteinfassaden blieben stehen.
 
Bis in den Nachmittag gelöscht

In dem ausgebrannten Lager ragten verbogene Stahlträger aus dem schwarzen Schutt, Feuerwehrleute löschten am Nachmittag noch letzte Glutnester. „Es herrschten im Innern der Halle während des Feuers 500 bis 600 Grad“, sagte Hauptbrandmeister Helmut Seier. Die Teerpappe auf dem Hallendach war dabei geschmolzen, verteilte sich in und neben dem Gebäude.

Verletzt wurde bei dem Brand niemand.
Foto: Fernandes
Einsatzleiter Weikamp war unterdessen froh, dass nicht der gesamt Gebäudekomplex in Brand geriet: „Wir konnten ein Übergreifen der Flammen auf eine weitere Lagerhalle und ein Bürogebäude verhindern.“ Bei den Löscharbeiten sei einer der Feuerwehrwehrmänner leicht verletzt worden.

Auch Brandstiftung kommt in Frage

Die Polizei will heute den Brandort begehen und ermittelt nach eigenen Angaben in alle Richtungen - auch Brandstiftung kommt demnach in Betracht. Hauptkommissar Andreas Buß aus der Leitstelle der Kreispolizei Borken sagte gestern zur Schadenshöhe: „Erste vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass sie in Millionenhöhe liegt.“
Die Anwohner in den benachbarten Stadtteilen wurden gestern Morgen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Allerdings gab es am Nachmittag Entwarnung: „Es entwickelten sich keine giftigen Gase, die die Bevölkerung gefährden konnten“, so Weikamp. Es seien schließlich keine Gefahrgüter in der Halle gelagert worden.  
 
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