Medienhaus Lensing
18.02.2008 17:59 Uhr
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Wieder Vorwürfe gegen Spendenorganisation

BIELEFELD/BERLIN Nach den Querelen um UNICEF steht ein weiteres Kinderhilfswerk mangels Transparenz im Fokus: die Deutsche Kinderhilfe.Von Kerstin Heil und Matthias Langrock

Der Geschäftsführende Vorsitzende von Kinderhilfe Direkt e.V., Georg Ehrmann, aufgenommen in der ARD-Talksendung "Anne Will" zum Thema "Kinder als Opfer - wenn Eltern überfordert sind".
dpa
Aufgrund von „offenen Fragen“ seitens des Bündnisses ruht die Mitgliedschaft des gemeinnützigen Vereins im Deutschen Spendenrat. Dessen Geschäftsführerin Daniela Felser bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung „Verstöße gegen Satzungsbestimmungen“. Die Mitgliederversammlung des Selbstkontrollorgans werde in ihrer nächsten Sitzung über die Fortdauer der Mitgliedschaft des Bundesverbandes der Deutschen Kinderhilfe abstimmen. Der NRW-Landesverband ist bereits aus dem Deutschen Spendenrat ausgetreten und laut Selbstaussage inzwischen nicht mehr gemeinnützig.

"Nicht hinreichende Transparenz"

Wegen „nicht hinreichender Transparenz“ ist der Verein jetzt auch ins Visier des Landesbeauftragten für Datenschutz NRW (LDI) geraten. Dessen Sprecherin Bettina Gayk bestätigte, man prüfe ein Servicepaket, das die Deutsche Kinderhilfe NRW ihren Fördermitgliedern als Dankeschön anbietet. Um dessen Leistungen, etwa eine Gesundheitsdatenbank für Notfälle, in Anspruch zu nehmen, müssten Nutzer viele persönliche Daten preisgeben. Wer diese verwalte, sei nicht ausreichend zu erkennen, weil an dem Angebot ein Geflecht von Firmen beteiligt sei. Nach Recherchen unserer Zeitung sind diese außerdem personell eng mit der Kinderhilfe verflochten.

Kritik aus Rheinland-Pfalz

Im Juni 2007 hatte bereits Rheinland-Pfalz „sammlungsrechtliche Bedenken“ an der Arbeit des NRW-Landesverbandes der Kinderhilfe angemeldet. Wegen des drohenden Verbots, Spenden zu sammeln, hat der Verein daraufhin seine Arbeit in dem Bundesland eingestellt. Kinderhilfe-Bundesvorsitzender Georg Ehrmann, damals auch NRW-Landeschef, erklärte auf Anfrage, man habe diese Bedenken ausgeräumt und wolle wieder in Rheinland-Pfalz tätig sein. Dies ist noch nicht der Fall.



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