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München/Berlin (dpa) Das geplante Betreuungsgeld stößt auch in der CSU als Initiatorin der Leistung auf Widerstand.
Ein- und Zweijährige seien nicht zu «kurz geratene Schüler», so Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer zu Kritikern des Betreuungsgeldes. Archivfoto: Patrick Pleul. (Foto: dpa)
Die Europa-Abgeordnete Monika Hohlmeier befürchtet, dass besonders Familien aus bildungsfernen Schichten das Geld nicht zum Wohl ihrer Kinder einsetzen: «Diese Familien können oder wollen ihre Kinder nicht fördern und schädigen sie im Extremfall sogar. Hier wäre es gut, wenn die Kinder so früh wie möglich zusätzliche Förderung und Betreuung von öffentlicher Seite bekommen», sagte sie dem Magazin «Spiegel».
Mit dem Betreuungsgeld will die Regierung Eltern unterstützen, die für ihre Kleinkinder keinen Betreuungsplatz beanspruchen. Sie sollen von 2013 an 100 Euro monatlich erhalten. Von 2014 an soll es einen Betrag von 150 Euro für Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr geben. Die Opposition spricht von «Herdprämie» und auch in der Koalition ist das Modell umstritten. Hohlmeiers CSU-Kollegin, die Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl, hält zwar an der Parteilinie fest, teilt aber die Bedenken ihrer Kollegin: «Frühkindliche Bildung halte ich besonders bei Familien mit Migrationshintergrund für wichtig.»
Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) wirft Kritikern des Betreuungsgeldes bei SPD und Grünen dagegen Scheinheiligkeit vor und spricht von Denkfehlern. Ein- und zweijährige Kinder hätten völlig andere Bedürfnisse als ältere Kinder. «In diesem Alter steht die emotionale Sättigung des Bindungsbedürfnisses im Vordergrund und daher lernen Kleinstkinder vor allem über enge Bezugspersonen wie die Eltern, die Oma, Tagesmutter und sonst eine Vertrauensperson», sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Das gelte auch für die Sprache.
Haderthauer hält es nicht unbedingt für notwendig, dass Kleinkinder aus Einwandererfamilien schon in den ersten beiden Lebensjahren als erste Sprache Deutsch lernen. Für Ein- bis Zweijährige sei wichtig, eine Sprachheimat zu finden. «Das ist normalerweise die Sprache, mit der sie zuhause aufwachsen. Danach gelingt dann ohne Probleme in den drei Jahren vor der Einschulung im Kindergarten der Erwerb weiterer Sprachen.»
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