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Frankfurt/Main/Berlin (dpa) Mit einer koordinierten Aktion haben am Samstag tausende Anwohner der Flughäfen Frankfurt am Main und Berlin-Schönefeld gegen Fluglärm demonstriert. In Frankfurt war es die bisher größte Demonstration von Ausbaugegnern im Flughafen.
Mehr als zehntausend Menschen demonstrieren am Flughafen in Frankfurt am Main gegen Fluglärm. Foto: Boris Roessler (Foto: dpa)
Die Polizei sprach von 6000 Demonstranten, der Veranstalter von 10 000, die in der Abfertigungshalle ein striktes Nachtflugverbot und ein Ende des Dauerlärms über ihren Häusern forderten. In Berlin beteiligten sich nach Angaben der Polizei in der Abflughalle des alten Flughafens Schönefeld 300 Menschen, nach Veranstalter-Angaben 500 bis 600. Beide Aktionen blieben friedlich.
In beiden Flughäfen erzeugten die Demonstranten, unter ihnen viele Familien mit Kindern, ohrenbetäubenden Lärm. Viele trommelten auf Eimern, Keksdosen und anderen Gefäßen. Einige trugen Ohrenschützer. «Fluglärm macht krank» oder «Landewahn» stand auf Plakaten. Nach Frankfurt waren auch Flughafengegner aus Berlin gekommen sowie Vertreter der Protestbewegung Stuttgart 21.
Die Fluglärm-Gegner verlangten für beide Flughäfen ein Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr sowie den Stopp weiterer Ausbaupläne. In Frankfurt wurde auch die Stilllegung der neuen Nordbahn gefordert.
Der Frankfurter Flughafen ist das größte Luftdrehkreuz Deutschlands. In Berlin-Schönefeld soll der neue Großflughafen «Willy Brandt» am 3. Juni in Betrieb gehen. Früher hatte die Hauptstadt drei Flughäfen: Tempelhof ist bereits stillgelegt, Tegel wird am Vorabend der Betriebsaufnahme des neuen Großflughafens stillgelegt, Schönefeld selbst ist der einstige DDR-Flughafen.
In Frankfurt äußerte der Flughafenbetreiber Fraport «großes Verständnis» für die Demonstranten. «Die Neubelastung durch den Flugbetrieb ist für sie hoch», sagte Fraport-Chef Stefan Schulte in einer Mitteilung. «Ich versichere den Menschen in der Region, dass wir gemeinsam und mit Hochdruck an Lösungen arbeiten, die zu einer Entlastung führen werden.»
Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände sprach von «völlig überzogenen Vorstellungen» Forderungen der Demonstranten. Wachstum und Wohlstand der Rhein-Main-Region würden dadurch beeinträchtigt.
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