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Medienhaus Lensing
02.02.2012 18:49 Uhr
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Nicht nur Wulff: Partymanager lud auch SPD- und Grünen-Politiker ein

BERLIN/MAINZ Auch SPD- und Grünen-Politiker sind vom Party-Veranstalter Manfred Schmidt eingeladen worden. Der Mainzer Regierungschef Beck ließ sich als SPD-Vorsitzender einen Flug von Schmidt bezahlen. Grünen-Chef Özdemir reiste zu einem Fußballspiel nach Barcelona.

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Auch Cem Özdemir, der Bundesvorsitzende der Grünen, wurde vom Party-Veranstalter Manfred Schmidt eingeladen. (Foto: dpa)

Nicht nur in Niedersachsen hat Eventmanager Manfred Schmidt Kontakte zu Politikern gepflegt. Auch hochrangige Vertreter von SPD und Grünen bestätigen jetzt, Einladungen Schmidts angenommen zu haben. Einer von ihnen ist der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). Er hatte Bundespräsident Christian Wulff nach Vorwürfen der Vorteilsnahme indirekt einen Rücktritt nahegelegt. Grünen-Chef Cem Özdemir folgte einer Einladung zum Fußball nach Barcelona.

Verdachts der Bestechung

Gegen Partymanager Schmidt wird in einem anderen Zusammenhang wegen des Verdachts der Bestechung ermittelt. Schmidt hatte während der Amtszeit von Wulff als Regierungschef in Hannover eine Lobby-Veranstaltung namens Nord-Süd-Dialog in Niedersachsen organisiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Kontext mit dieser Veranstaltung auch gegen den früheren Wulff-Sprecher Olaf Glaeseker. Beck hat sich in seiner Zeit als SPD-Chef einen Flug von Schmidt im Privatjet bezahlen lassen, bestätigte der stellvertretende Mainzer Regierungssprecher Christoph Gehring am Donnerstag einen Bericht des Magazins „Stern“. 

Die Kosten für einen Flug Berlin-Hamburg für Beck und zwei Sicherheitsbeamte zum „Arcandor Media Get Together“ im Februar 2008 habe Schmidts Firma getragen. Die Kosten lagen laut „Stern“ bei 3927 Euro.Die Mainzer CDU-Opposition sieht mögliche Vorteilsnahme im Amt. Gehring erklärte dazu: „Da es keine geschäftlichen, privaten oder gar politischen Beziehungen zwischen Kurt Beck und dem Inhaber der MS Medien Management GmbH, Manfred Schmidt, gibt und auch nie gab, gibt es auch keinen Anlass zu weitergehenden Spekulationen.“

"Scheinheilige Rücktrittsforderung"

Der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Altmaier (CDU), kritisierte Beck: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung ist die Rücktrittsforderung von Herrn Beck scheinheilig“, sagte er der „Berliner Morgenpost“ (Freitag). „Ich erwarte von Kurt Beck, dass er die Öffentlichkeit umfassend über seine Beziehung zu Herrn Schmidt informiert.“ Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir bestätigte der Berliner Tageszeitung „taz“ (Freitag), Schmidt habe ihn 2011 zu einem Fußballspiel in Barcelona eingeladen.

Dass das Ticket für die Partie Barcelona gegen Real Madrid viel teurer gewesen sei als die Summe, die Schmidt ihm dafür in Rechnung gestellt habe, das habe er allerdings nicht gewusst, sagte er. „Wenn sich herausstellt, dass Herr Schmidt nicht den tatsächlichen Preis in Rechnung stellen ließ, werde ich die Differenz selbstverständlich begleichen“, sagte Özdemir. Dies lasse er gerade überprüfen. Die Kosten für Anreise und Übernachtung in Barcelona seien aus der Parteikasse der Grünen bezahlt worden, weil am Spieltag auch ein Treffen mit den katalanischen Grünen sowie ein Interview mit einer spanischen Zeitung stattfanden.
 



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