http://ad.de.doubleclick.net#oms.muenstersche-zeitung.de#nationalnews#dcopt=ist;#994680215#728#90#2
http://ad.de.doubleclick.net#oms.muenstersche-zeitung.de#nationalnews##733142375#120#600#3
Medienhaus Lensing
07.02.2012 14:25 Uhr
Schriftgröße: A A A

Hintergrund: Syrer in Deutschland - „Unpolitisch kann kaum einer sein“

Berlin Mehr als 32.000 Syrer leben in Deutschland - unpolitisch ist keiner von ihnen. Die lauteste Stimme haben Oppositionelle, die den Widerstand in der Heimat aus der Ferne unterstützen. Regimetreue äußern sich dagegen selten.dpa

«
1/1
»

(Symbolbild) (Foto: dpa)

Die Flagge des syrischen Widerstands weht vor dem Brandenburger Tor in Berlin - grün, weiß, schwarz mit roten Sternen. Regimegegner stürmen die Botschaft, rufen zu Mahnwachen auf, sprühen arabische Freiheitsparolen auf Mauern und Wände. Der Widerstand gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad erhebt sich längst auch in Deutschland. Die Szene hierzulande scheint von Oppositionellen geprägt - zumindest übertönt ihre Stimme die der Assad-Anhänger lautstark. Deutlich wird: Raushalten kann sich derzeit kaum ein Syrer - auch weit entfernt von der Heimat.

2634 Syrer suchten hierzulande Asyl

Mehr als 32 000 Menschen mit syrischem Pass leben laut Ausländerzentralregister in Deutschland. Im vergangenen Jahr - nach Eskalation der Gewalt in ihrer Heimat - suchten 2634 Syrer Asyl. Der größte Teil von ihnen hoffe auf den Sturz des Regimes, hat der Hamburger Politologe und Nahost-Experte André Bank beobachtet. „Es gibt aber durchaus einige - meist aus den Minderheiten der Christen und Aleviten -, die nicht direkt der Opposition zuzurechnen sind.“

Gerade in Berlin lebten auch Assad-Befürworter, sagt der Vorsitzende des deutsch-syrischen Vereins, Tarek Abdin-Bey. Es liege nahe, dass sie von der Botschaft bezahlt würden. So klagen Regime- Kritiker in Berlin immer wieder über Schikanen. Kurz nach Weihnachten wurde der syrischstämmige Grünen-Politiker Ferhad Ahma in seiner Wohnung überfallen und nach eigener Aussage mit Schlagstöcken attackiert. Am Dienstag dann wurden zwei mutmaßliche Spione festgenommen, die für den syrischen Geheimdienst in Deutschland lebende Oppositionelle beobachtet und ausgeforscht haben sollen.

Alevitische Mehrheit überproportional vertreten

Auch Studenten und Akademiker, die mit Stipendien der syrischen Regierung in Deutschland leben, stehen nach Ansicht der Politologin Katharina Lange vom Zentrum Moderner Orient eher dem Regime in Damaskus nahe. Hier seien Angehörige der alevitischen Minderheit, der auch die Familie Assad angehört, überproportional vertreten. „

Andere beteiligen sich aus Kosten-Nutzen-Erwägungen oder unter Druck an Pro-Assad-Demonstrationen.“
Vor allem bei syrischen Studenten beobachten Nahost-Experten aber auch einen Stimmungswandel. In Deutschland hätten sie einen ganz anderen Zugang zu Informationen als in der abgeschirmten Heimat. Dadurch habe sich das bisher weitgehend ausgeglichene Verhältnis zwischen Regimegegnern und Assad-Anhängern deutlich geändert, sagt die in Berlin lebende syrische Wissenschaftlerin Salam Said. „Inzwischen gibt es mehr Gegner, weil sie mitbekommen, was in ihrer Heimat passiert.“

Facebook-Seite gefällt mehr als 5000 Menschen

Die Opposition solidarisiert sich vor allem über soziale Netzwerke. Auf der Facebook-Seite „Die syrische Revolution“ ruft auch Abazid Aktham zu Mahnwachen und Protesten auf - mehr als 5500 Menschen lesen mit. „Es gibt viele von uns, die gern wieder zurückkehren und mitkämpfen würden“, sagt er. Einige wollten die freie syrische Armee unterstützen. „Sie warten nur auf den richtigen Moment.“ Derzeit sei die Einreise nach Syrien für Widerständler aber nicht möglich. „Wir haben fast die Hoffnung verloren.“

Besonders aktive und daher auch gefährdete Oppositionelle haben sich nach Ansicht des Politologen Bank ohnehin eher in die Türkei als nach Deutschland abgesetzt. Aktuell kämen kaum Flüchtlinge nach, sagt auch Abdin-Bey. „Die meisten von uns leben schon seit 20 Jahren hier.“ Unpolitisch könne derzeit kaum einer von ihnen sein - „es geht schließlich um Menschenrechte“.

Kleiner Teil sieht große Gefahr

Ein kleinerer Teil der Syrer in Deutschland sehe aber auch die große Gefahr, die ein Regime-Wandel mit sich bringen kann, sagt Bank. „Ein plötzlicher Sturz könnte eine Eskalation der Gewalt bedeuten.“ Groß sei die Angst vor einer massiven Verfolgung von religiösen Minderheiten, die unter der Herrschaft der Assad-Familie einen vergleichsweise guten Status hatten.

Doch auch die „deutlich Assad-kritische Haltung“ in der deutschen Öffentlichkeit beeinflusse die Szene. Vielfach werde die Gewalt der Opposition verharmlost, sagt Bank. Das führe dazu, dass insbesondere Exil-Syrer mit Verwandten in der Heimat inzwischen eine neue Verbundenheit mit ihrem Land fühlten.


Gemeinsamer Gesetzentwurf

1

Bundestag will Organspende-Reform beschließen

Der Bundestag entscheidet heute  über die Organspende-Reform.

Berlin Nach jahrelangen Debatten will der Bundestag heute eine grundlegende Reform bei der Organspende in Deutschland beschließen. Eine breite Mehrheit zur Einführung der Entscheidungslösung gilt als sicher. Alle Fraktionen haben den Gesetzentwurf gemeinsam vorgelegt. mehr...

Gesetzesreform

2

Bundesbürger werden nach Organspende gefragt

Derzeit warten rund 12 000 Menschen auf ein Organ. Dennoch hat nur eine Minderheit der Bürger einen Organspendeausweis ausgefüllt. Foto: Frank May/Archivbild

BERLIN Niemand wird zum Ja gezwungen, aber alle werden gefragt - die Bürger sollen sich zur Organspende bekennen. Nach rund 15 Jahren Debatte zieht der Bundestag Konsequenzen aus dem fatalen Organmangel. mehr...

3

Jeder Bundesbürger soll über Organspende nachdenken

Derzeit warten rund 12 000 Menschen auf ein Organ. Dennoch hat nur eine Minderheit der Bürger einen Organspendeausweis ausgefüllt. Foto: Frank May/Archivbild

Berlin (dpa) Alle Bundesbürger ab 16 Jahren werden künftig offensiv nach ihrer Bereitschaft zur Organspende nach dem Tod gefragt. Das beschloss der Bundestag nach jahrelanger Diskussion fast geschlossen. mehr...

CDU-Landesvorsitz

4

Laschet soll NRW-Chef der Union werden

Der designierte Parteivorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU, Armin Laschet (l), und der Fraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann geben am Donnerstag vor der Parteizentrale in Düsseldorf ein Pressestatement ab.

DÜSSELDORF Die Würfel sind gefallen. Nach dem Röttgen-Wahldebakel der CDU in NRW soll Laschet Parteichef werden, Laumann die Fraktion führen. Mit der Doppelspitze wurde ein Führungsstreit abgewendet. An der Basis werden „Hinterzimmer-Entscheidungen“ kritisiert. mehr...

5

Ägypten: Islamist und Ex-Militär in der Stichwahl

52 Millionen Ägypter waren dazu aufgerufen, einen Nachfolger für den im Februar 2011 gestürzten Langzeit-Präsidenten Mubarak zu wählen. Foto: Andre Pain

Kairo (dpa) Der Kampf um die Nachfolge des im Vorjahr entmachteten ägyptischen Langzeitpräsidenten Husni Mubarak wird erst in drei Wochen entschieden. mehr...

http://ad.de.doubleclick.net#oms.muenstersche-zeitung.de#nationalnews##88289170#300#250#4
Weitere Themen
Im November 2009 beschloss der GM-Verwaltungsrat überraschend, Opel doch zu behalten.

Hintergründe und Rückblick

Opels langer Weg

Alle Entwicklungen beim Großkonzern und dem Werk in Bochum.  mehr...

Die Fracking-Methode macht vielen Bürgern Angst. Hier demonstrieren Bürger aus Lünne im Emsland.

Widerstand wächst

Gasbohrungen in NRW

Geplante Erdgas-Bohrungen der Energiekonzerne sorgen für Konflikte.  mehr...

Interview-Serie

Ein Gespräch in der Chefetage

Wir fühlen Top-Managern aus der deutschen Wirtschaft auf den Zahn.  mehr...

Kontakt | Impressum | AGB | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
RuhrNachrichten.de | DorstenerZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | EmsdettenerVolkszeitung.de | MünsterlandZeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de | Immomia