Gesamtschule Gymnasium: Sommer kritisiert Leistungsgefälle
DÜSSELDORF NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) hat ein Programm zur Verbesserung des Unterrichts an den Gesamtschulen angekündigt. Die Gesamtschulen schafften es bisher nicht, „ihre Schüler auf ein vergleichbares Leistungsniveau zu bringen wie die Gymnasien".
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An den Gesamtschulen sei die Durchfaller-Quote mit 6,7 Prozent fast viermal so hoch gewesen wie an den Gymnasien. Dort hätten nur 1,8 Prozent der Prüflinge das Abitur nicht bestanden. An den Gymnasien sei auch die Durchschnittsnote mit 2,59 besser ausgefallen als an den Gesamtschulen, wo die Abiturienten eine Durchschnittsnote von 2,87 erreichten. Besonders groß sei das Leistungsgefälle in Mathematik und Physik, sagte Sommer. Es habe aber auch leistungsstarke Gesamtschulen und Gymnasien mit Problemen gegeben. Die SPD warf Sommer einen „Feldzug gegen die Gesamtschulen“ vor. Die Grünen nannten Sommers Kritik „scheinheilig“.
Die beste Durchschnittsnote
Insgesamt hätten die rund 74000 nordrhein-westfälischen Abiturienten mit 2,63 die beste Durchschnittsnote seit Beginn der Dokumentation im Jahr 1992 erreicht. Das zeige, dass das Zentralabitur nicht zu schwer gewesen sei. Im vergangenen Jahr war die Durchschnittsnote 2,64.
Nach den Pannen beim diesjährigen Abitur kündigte Sommer zusätzliche Kontrollen an. Ein Sachverständigenrat solle dafür sorgen, dass die Prüfungsaufgaben noch sorgfältiger ausgewählt und überprüft werden. Der Vorsitzende des Rates, dem auch PISA- Koordinator Andreas Schleicher angehört, werde die Endverantwortung für die redaktionelle Korrektheit der Aufgaben übernehmen. Zusätzliche Kommissionen sollen die fachliche Richtigkeit überprüfen. Im Zentralabitur 2008 hatten 1800 Schüler die Mathematik-Klausuren wegen fehlerhaft formulierter Aufgaben wiederholt. Drei Viertel von ihnen konnten ihre Noten verbessern.
Leistungsnniveau heben
Um die Gesamtschulen auf das Leistungsniveau der Gymnasien zu heben, will Sommer ihnen eine bessere Beratung anbieten. Die Bezirksregierung müssen für alle „Schulen mit ausgewiesenen Problemen“ einen Beratungsplan aufstellen. Neue Expertengruppen sollen helfen, den Unterricht in der Sekundarstufe I der Gesamtschulen zu verbessern. Auch die Prüfungsaufgaben sollen optimiert werden.
"Politischer Blitzableiter"
Der geplante Sachverständigenrat für das Zentralabitur stieß bei Opposition und Lehrerverbänden auf Kritik. Sommer wolle sich damit endgültig aus der politischen Verantwortung für das Zentralabitur stehlen, sagte SPD-Fraktionsvize Ute Schäfer. Die schulpolitische Sprecherin der Grünen, Sigrid Beer, sagte: „Das miserable Management des Ministeriums schafft auch ein Sachverständigenrat nicht aus der Welt.“ Der Philologenverband sieht in dem Gremium einen „politischen Blitzableiter“. Dagegen hält der Verband Bildung und Erziehung den Rat und die Kommissionen „für einen guten und richtigen Schritt, um künftig Fehler und Pannen beim Abitur möglichst zu vermeiden“.




