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KÖLN / DÜSSELDORF Die Ermittlungen zur Loveparade- Katastrophe werden nach Einschätzung der Polizei sehr lange dauern. „Es sind ja tausende von Informationen auszuwerten, und jeden Tag kommen neue hinzu“, sagte Dorothee Göbel, Sprecherin der Polizei in Köln, am Donnerstag.
Das Luftbild vom 24.07.2010 zeigt das Gelände der Loveparade in Duisburg nach der Massenpanik im Tunnel eines Zugangswegs zum Veranstaltungsgelände.
Dort ist die Ermittlungsgruppe zur Aufklärung des Unglücks angesiedelt. Sie besteht aus 60 Beamten aus ganz Nordrhein-Westfalen und wird von der Staatsanwaltschaft Duisburg geleitet. Darunter sind auch eine Reihe von Internet-Experten. Denn dort kursiert mittlerweile eine schier unübersehbare Zahl von Bildern, Filmen und Berichten.
Wichtige Hinweise aus dem Netz
„Die Ermittler müssen das alles sichten und auswerten“, erläuterte Göbel. Video-Plattformen, Soziale Netzwerke und Blogs müssten durchforstet werden. Mit vielen Personen, die solche Informationen ins Internet gestellt haben, würden die Polizisten Kontakt aufnehmen.
„Das können wichtige Hinweisgeber sein.“ In den kommenden Wochen müssten unzählige Zeugen vernommen werden. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, konnte Göbel nicht abschätzen. Die Ermittlungen wurden NRW-Innenministerium an die Kölner Polizei für eine neutrale Untersuchung übertragen.
Auch Kölner Beamte bei der Loveparade
Die Duisburger Polizei ist selbst Vorwürfen ausgesetzt. Außerdem hätten die Kölner Kollegen bereits viel Erfahrung mit großen Einsätzen und komplexen Ermittlungsverfahren, betonte das Ministerium. Unter den bei der Loveparade eingesetzten rund 4000 Polizisten waren zwar auch Kölner Beamte. Es solle aber nicht so sein, dass Kölner Ermittler ihre eigenen Kollegen vernehmen müssen, betonte Göbel.
„Die am Einsatz beteiligten Kölner Kräfte werden von Beamten aus anderen Behörden vernommen.“ So solle die Unabhängigkeit gewährleistet werden. Da am vergangenen Samstag Polizisten aus ganz NRW in Duisburg eingesetzt worden seien, gebe es auch keine „neutralere“ Lösung, sagte Ministeriumssprecher Wolfgang Beus.
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