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Medienhaus Lensing
30.07.2010 07:31 Uhr
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Loveparade - die Katastrophe: CSU-Innenpolitiker: Loveparade hätte nicht stattfinden dürfen

Hamburg (dpa) Die Loveparade hätte nach Einschätzung des CSU-Innenpolitikers Hans-Peter Uhl «nie und nimmer» genehmigt werden dürfen. Wolfgang Bosbach, Vorsitzender des Bundestags-Innenauschusses legt Oberbürgermeister Sauerland den Rücktritt nahe.

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Der Ausgang vom Loveparade-Gelände durch einen Tunnel ist überfüllt.  

Der Fall liege jetzt glasklar vor, sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion der «Financial Times Deutschland».  Dass Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland die Verantwortung für die Massenpanik bei der Techno-Party zurückwies, weil er keine einzige Genehmigung unterschrieben habe, ließ Uhl nicht gelten. Uhl sieht auch bei der Polizeiführung in Duisburg eine «Teilschuld». Der Hauptfehler liege aber bei OB Sauerland.

Rücktritt gefordert

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach, hat Oberbürgermeister Adolf Sauerland (beide CDU), wegen der Loveparade-Katastrophe den Rücktritt nahegelegt. Sauerland trage die politische Verantwortung und „hafte“ damit auch politisch für mögliche Fehler seiner Mitarbeiter, sagte Bosbach am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit ILLNER“. „Ob ich eine Verfügung unterschrieben habe oder nicht, ist völlig zweitrangig.“

Zwar könne er verstehen, dass Sauerland nicht mit einem Rücktritt den Eindruck eines möglicherweise sogar strafrechtlich relevanten Schuldeingeständnisses erwecken wolle. Ein solches Amt sei aber „nicht nur mit Würde, sondern gelegentlich auch mit einer Bürde verbunden“, sagte Bosbach. Zudem seien Politiker abhängig vom Vertrauen der Bürger.
Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, stimmte Bosbach in der Sendung zu: „Wo kommen wir überhaupt hin, wenn nicht 21 Tote Anlass dafür sind, politische Verantwortung zu übernehmen und zurückzutreten?“ Sauerland, den er seit Jahrzehnten als anständigen Menschen schätze, sei seiner Aufgabe als Behördenleiter nicht gerecht geworden. 

Fritz Pleitgen kritisiert Umgang mit Katastrophe

Der Chef des Kulturhauptstadt-Projekts „Ruhr.2010“, Fritz Pleitgen, hat den derzeitigen Umgang der Verantwortlichen mit der Katastrophe kritisiert. „Das, was gegenwärtig passiert, das schürt die Verzweiflung der Menschen und die Empörung und das sollte tunlichst bald beendet werden“, sagte er im ZDF-„Morgenmagazin“. „Man muss sich jedenfalls der Öffentlichkeit stellen, muss versuchen, die Fragen, die man wirklich beantworten kann, dann auch zu beantworten, damit die Menschen wissen, da ist jemand bereit, die Verantwortung zu tragen.“

Dies gelte vor allem für Adolf Sauerland. „Der Oberbürgermeister Sauerland ist ein sehr beliebter Oberbürgermeister gewesen, aber offensichtlich jetzt nicht der Situation gewachsen. Und er braucht dringend Hilfe.“ Gefragt sei dabei vor allem die Spitze der CDU. Schließlich sei die Situation für Sauerland derzeit sehr schwierig - unter anderem auch finanziell. „Er würde alle Ansprüche verlieren, er hätte überhaupt keine Pension. Auch da müsste eine Lösung gefunden werden.“



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