Krawalle nach Rocker-Prozess
MÜNSTER Es schien ein friedlicher Tag zu werden, doch nach dem Ende des ersten Tages im Mord-Prozess gegen zwei "Bandidos"-Rocker prallten am Autobahnkreuz Münster-Süd doch noch verfeindete "Bandidos" und "Hells Angels" aufeinander. Die Polizei musste massiv eingreifen.
Ein Mitglied der Rockergruppe "Bandidos" steht am Montag in einem Vorraum des Landgerichts in Münster. (Foto: Franz-Peter Tschauner/dpa)
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Hundertschaften der Polizei waren zuvor in Münster präsent gewesen, um die beiden Gruppen - etwa 200 "Bandidos" und 400 "Hells Angels" auseinander zu halten. Die „Bandidos“ kommen fast bodenständig mit Bussen zum Gericht. Die Polizei hatte eigens zwei Parkdecks schräg gegenüber dem Landgericht reserviert, wo sie jeden einzelnen nach Waffen durchsuchte. Mehrere Straßenzüge rund um das Landgericht waren abgesperrt.
Anreise per Bus
Auch etwa 750 Meter weiter, vor dem münsterschen Schloss warteten Schaulustige auf die aus Norden kommenden „Hells Angels“. Ein Autokorso aus zumeist schwarzen Vans, Porsches und anderen Nobelkarossen. Sie parkten direkt neben den Touristenbussen, die Besucher zum Weihnachtsmarkt absetzten. Mit der Harley kam keiner der harten Männer. „Viel zu kalt“, erklärte einer der Höllen-Engel, der ein imposantes Spinnennetz in seinen Stiernacken tätowiert hat.
Getrennt ging es ins Gericht: Jeweils 30 „Abgeordnete“ jeder Gruppe betraten zeitversetzt das Gericht über getrennte Eingänge. Auf den Besucherplätzen wurden „Bandidos“ und „Hells Angels“ ebenfalls getrennt – zwischen beiden Gruppen saßen Polizeibeamte. „Wir haben kein Interesse an einer Eskalation“, sagte „Hells Angels“-Sprecher Django. Die „Bandidos“ sagten nichts.
Bis zum späten Nachmittag blieb tatsächlich alles ruhig – einige „Hells Angels“ gingen sogar zum Weihnachtsmarkt in die Innenstadt. Tranken Glühwein. Friedlich. Bis zum Abend.










