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Olympische Winterspiele 2010
Olympia-Gegner machen mobil: «Herzinfarkt 2010»
Von Andreas Schirmer, dpa am 7.02.2010 12:50 Uhr
Demonstrationen, Proteste, Störmanöver: Globalisierungsgegner und politische Aktivisten wollen die XXI. Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver als Plattform ihres Aufbegehrens gegen gesellschaftliche Missstände nutzen.
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Ein vergrößertes Polizeiaufkommen soll für Sicherheit während der Spiele sorgen.

Anti-Olympia-Aktivisten haben Aktionen für den Tag der Eröffnungsfeier im BC Place Stadium angekündigt und im Internet zu einem Protestmarsch am ersten Wettkampftag unter dem Motto «Herzinfarkt 2010: Verstopft die Arterien des Kapitalismus» aufgerufen.

Die Sicherheitskräfte in der kanadischen Küstenstadt, in der nach Polizeiangaben rund 175 Demonstrationen jährlich stattfinden, erwarten die angekündigten Proteste demonstrativ gelassen. «Wir sind an solche Situationen gewöhnt», erklärte Vancouvers Polizeichef Steve Sweeney. «Das ist ein Tag wie jeder andere in unserem Leben.» Außerdem glaube er, dass die überwältigende Mehrheit friedlich protestieren werde. Man sei aber gewappnet, wenn etwas aus dem Ruder laufen sollte: «Wir sind auch bereit zu antworten, denken jedoch, dass dies nicht nötig ist.»

Beim olympischen Fackellauf, der 106 Tage kreuz und quer durch Kanada führt, sind bisher 13 Anti-Olympia-Aktivisten vorübergehend festgenommen worden. Offen ist, wie viele Gegner der Vancouver-Spiele dem Aufruf des Olympic Resistance Networks (ORN) zu den Protesten am 12. und 13. Februar folgen werden. Der Online-Appell der Aktivisten gab das Ziel aus, dem Kapitalismus «durch verschiedene Taktiken einen massiven Herzinfarkt zu verpassen».

Die Polizei rechnet mit rund 1500 Demonstranten auf den Straßen von Vancouver am Eröffnungstag der Winterspiele. «Ich habe keine Idee, wie viele kommen werden», sagte ORN-Sprecherin Harsha Walia, «doch jeden Tag hören wir von Leuten, die niemals zuvor demonstriert haben, sich dem Protest gegen die Olympischen Spiele aber anschließen wollen.» Die Polizei will mit einer «signifikanten Präsenz von Uniformierten» auf Pferden, Fahr- und Motorrädern während der gesamten Spiele im Stadtgebiet patrouillieren. Dafür wurde das Polizeiaufgebot um 370 Beamte aufgestockt.

Die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit ist zwar in Kanada garantiert, Protest darf aber bei Olympia nur in dafür vorgesehenen Sicherheitszonen kundgetan werden. Eine dieser «Safe Assembly Areas» wird es auch in der Nähe des BC Place Stadiums bei der Eröffnungsfeier und beim Pacific Coliseum, der Wettkampfstätte für Eiskunstlauf und Shorttrack, geben. Dort soll der bei der Vancouver Art Gallery am 13. Februar beginnende Protestmarsch enden. Bei den Peking-Spielen 2008 hatte die Verbannung von Demonstranten und Protestlern in bewachte Parks weltweit große Kritik ausgelöst.

«Die Polizei musste sich noch nie mit solch einer Situation auseinandersetzen und einer Massendemonstration während Olympischer Spiele begegnen», meinte ORN-Mitglied Harjap Grewal. Bud Mercer, Chef des olympischen Sicherheitsdienstes, reagierte cool auf die Ankündigungen. Gesetzesbrecher müssen mit Strafen rechnen, warnte er und fügte an: «Jeder hat das Recht, die Olympischen Spiele zu genießen, nicht nur das Olympic Resistance Network.»

 
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