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Olympische Winterspiele 2010
Kanadier Prämienkönige - IOC: Deckel auf Geldtopf
Von Ulrike John, dpa am 8.02.2010 09:06 Uhr
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will auch künftig von seinen Milliarden-Einnahmen aus Fernseh- und Werbeverträgen kein Geld an Medaillengewinner ausschütten.
Medaillen
Der Olympiasieg wird vom DOSB mit 15 000 Euro versüßt.

«Das sehe ich nicht so, dass wir hier Prämien an Olympiasieger ausgeben. Was wir vonseiten des IOC unternehmen, ist die Förderung der NOKs, um den Athleten guten Rahmenbedingungen zu schaffen und für mehr Chancengerechtigkeit bei den Olympischen Spielen zu sorgen», sagte IOC-Vizepräsident Thomas Bach in einem ARD-Hörfunk-Interview in Vancouver. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa bezahlen von den deutschen Dachorganisationen nur der Ski- und der Bob- und Schlittenverband extra Preisgelder.

Ansonsten erhalten die Medaillengewinner unter den 153 deutschen Teilnehmern den Prämiensatz der Sporthilfe: 15 000 Euro für Gold, 10 000 für Silber und 7500 für Bronze. Das Vergütungssystem reicht bis zu Platz acht (1500). 2006 in Turin schüttete das Sozialwerk des deutschen Sports insgesamt 682 000 Euro aus. Die Eishockey-Spieler werden jedoch nicht gefördert. Nach Angaben von NHL-Spieler Dennis Seidenberg ist mit dem Deutschen Eishockey-Bund auch noch nichts extra ausgehandelt worden.

Insgesamt 500 000 Euro wird der DSV an seine Medaillengewinner im alpinen Bereich, im Biathlon, Langlauf, Skispringen, Skicross und Freestyle sowie in der Nordischen Kombination verteilen. Der Verteilerschlüssel, so Sportdirektor Thomas Pfüller, wird nach den Spielen festgelegt. «Es gibt bei jedem großen Wettkampf von uns eine Prämie», erklärte Thomas Schwab, Sportdirektor des erfolgsverwöhnten Bob- und Schlittenverbandes, ohne Zahlen zu nennen.

Stars wie Eisflitzerin Anni Friesinger und Skirennfahrerin Maria Riesch haben zudem in ihren Sponsorenverträgen Extra-Prämien festgeschrieben. Dafür haben weder die klamme Deutsche Eislauf-Union (DEU) noch die Dachorganisationen der Snowboarder, Eisschnellläufer oder Curling-Spieler Geld. «Wir würden ja gerne, aber dazu fehlen uns die Mittel», sagte Snowboard-Cheftrainer Bernd Kroschewski.

Zu den Prämienkönigen der Spiele zählen die deutschen Olympia- Teilnehmer ohnehin nicht. Dafür kassieren die erfolgreichsten Russen wieder einmal mächtig ab: Russland verspricht seinen Olympiasiegern 100 000 US-Dollar (73 000 Euro) - und ein Auto. Für Silber gibt es 60 000 Dollar, für Bronze 40 000. Der einstige Klassenfeind ist da bescheidener: «Operation Gold» heißt das Bonusprogramm des Nationalen Olympischen Komitees der USA (USOC), das Gold mit 25 000 Dollar, zweite Plätze mit 15 000 und dritte mit 10 000 Dollar belohnt.

Nicht kleckern, sondern klotzen heißt es bei den Kanadiern: Die Gastgeber bezahlen zwar nur 20 000 Dollar an ihre Olympiasieger, doch die Stiftung CAN schüttet an jeden Goldmedaillen-Gewinner weitere 100 000 Dollar aus. Für die Eishockey-Cracks wäre das trotzdem kaum mehr als ein Taschengeld: Der Kanadier Sidney Crosby, Kapitän von NHL-Meister Pittsburgh Penguins, und die beiden russischen Superstars Jewgeni Malkin vom selben Club und Alexander Owetschkin von den Washington Capitals verdienen in dieser Saison jeweils neun Millionen Dollar. Topverdiener der deutschen Olympioniken und deshalb nicht auf Sonderzahlungen angewiesen ist Stürmer Jochen Hecht von den Buffalo Sabres mit 3,8 Millionen Dollar.

 
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