Vor Abriss: Gedränge auf dem Düsseldorfer „Tausendfüßler“

Düsseldorf Spaziergänger statt Autos: Auf dem Düsseldorfer „Tausendfüßler“ drängten sich vor dessen Abriss rund 35 000 Menschen. Mit schwarzen Luftballons nahmen viele Abschied von der Hochstraße.

  • Die vor mehr als 50 Jahren erbaute, knapp 400 Meter lange Hochstraße, wird ab Montag abgerissen und durch einen Tunnel ersetzt.

    Die vor mehr als 50 Jahren erbaute, knapp 400 Meter lange Hochstraße, wird ab Montag abgerissen und durch einen Tunnel ersetzt. dpa

Das Denkmal mitten in der Stadt war zuvor für den Autoverkehr gesperrt worden. Über die nächsten Monate soll der „Tausendfüßler“ von diesem Montag an Stück für Stück abgetragen werden. Düsseldorfer und Auswärtige nutzten die Gelegenheit, über die skurrile Stelzenstraße zu flanieren und sich mit Hammer und Meißel einen Teil des außergewöhnlichen Bauwerks herauszuschlagen.

Denkmalschützer verteilten Luftballons

Denkmalschützer verteilten 500 schwarze Luftballons, um ihrer Trauer über den Abriss Ausdruck zu verleihen. Sie hatten jahrelang - aber letztlich vergeblich - für den Erhalt des „Tausendfüßlers“ gekämpft. 2012 hatte die Stadt vom Land das Ok für den Abriss der 50 Jahre alten Brücke in der Nähe der Nobelmeile Königsallee bekommen. „Es beginnt etwas Neues, aber es geht auch etwas verloren, das ein halbes Jahrhundert lang das Stadtbild geprägt hat“, sagte Frank-Thomas Jaitner von der Bürgerinitiative „Lott Stonn!“.

Straße war Verkehr nicht mehr gewachsen

Die mehr als 500 Meter lange Hochstraße sei dem Verkehr nicht mehr gewachsen, erklärte Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) dagegen am Sonntag vor den vielen Schaulustigen, die sich auf dem „Tausendfüßler“ drängten. „Sie ist in die Jahre gekommen.“ Ein moderner Tunnelneubau soll das Monument der Nachkriegsmoderne ersetzen, das 1962 als Symbol der damals angestrebten „autogerechten Stadt“ galt. Teil der Neugestaltung ist der Kö-Bogen mit einem Gebäude-Ensemble des Star-Architekten Daniel Libeskind.

Der Abriss könnte sich bis Juni hinziehen. Dafür müssen der Stadt Düsseldorf zufolge 4500 Kubikmeter Beton und fast 5000 Quadratmeter Asphalt ausgebaut werden. Der Abbruch soll 1,3 Millionen Euro kosten.
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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    24. Februar 2013, 15:01 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 12:38 Uhr