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Medienhaus Lensing
08.03.2009 12:09 Uhr
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Wespentaille und lange Beine: Barbie wird 50

New York (dpa) Auch nach fünf Jahrzehnten aufregenden Lebens im internationalen Jetset sieht Barbie noch aus wie ein knackiger Teenager. Sie kriegt das mühelos hin: Schließlich bestehen ihre 29 Zentimeter Körpergröße aus reinem Plastik.Von Carla S. Reissman, dpa

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Einige Exemplare aus der Barbie-Sammlung der Düsseldorferin Bettina Dorfmann. 

Barbie ist ein Luxusobjekt, das sich auch die Massen leisten können. Alle kleinen und großen Mädchen träumen davon, ihre Berufe zu haben - von der Stewardess bis hin zur Präsidentschaftskandidatin. Schier unerschöpfliche Tiefen ihres Kleiderschranks sorgen außerdem von Strand bis zum Roten Teppich stets für den makellosen Auftritt. Die erfolgreichste Puppe der Welt feiert am 9. März ihren 50. Geburtstag.

Zum Geburtstagsfest gibt sogar eine Angela Merkel-Barbie. Die sieht allerdings nicht aus wie die deutsche Kanzlerin, sondern - wie Barbie eben. Lange Beine, Wespentaille, wohlgeformter Busen. Diese aufregenden Qualitäten regen Barbies Gegner auch besonders auf. Sexistische Klischees würden durch Barbie in jeder Generation neu zementiert, kritisieren Feministinnen. Barbies maßloser Hang zu immer mehr Accessoires erziehe schon früh zum Konsum, klagen Soziologen. Die übertriebenen Maße der Ankleidepuppe löse bei den ganz jungen Mädchen den Wunsch nach einem unrealistisch dünnen Körper aus und könne den Hang zur Magersucht verstärken, kritisieren Wissenschaftler.

Barbies Fans ist das egal. Seit Ruth und Elliot Handler, die Gründer der Spielzeugfirma Mattel, 1959 auf der Spielwarenmesse in New York die erste Barbie vorstellten, wurde sie zum Hit. Die Idee war Mama Handler gekommen, als sie ihrer kleinen Tochter Barbara beim Spielen zuschaute. Die stand nämlich auf selbstgeformten Papierpuppen, die Erwachsenen und nicht Kleinkindern ähnelten. «Die Welt braucht eine Teenager-Puppe», erkannte Handler. Und immerhin kann «Barbie» sich auf historische Anziehpuppen berufen: Seit dem späten 17. Jahrhundert nahmen solche Puppen mit Chemisen und Hüten, Pelzen und Hauben, Unterröcken und Kleidern für die Mädchen das Erwachsenendasein vorweg.

Bald gab es auch Barbie-Mobile, Barbie-Pferde, Barbie-Kosmetik, Barbie-Häuser oder Barbie-Cabrios - eben alles wie im richtigen Leben. Ihr Aussehen wandelte sich in den vergangenen Jahrzehnten stetig. Sie schaut ein bisschen freundlicher drein. Zu Beginn des neuen Jahrtausends erhielt Barbie einen athletischeren Körper, eine biegbare Taille und sogar einen Bauchnabel. Zu realistisch soll die heile Welt jedoch nicht werden. Geschlechtsorgane hat sie ebenso wie ihr Ex-Freund Ken und all die anderen Puppen aus dem Sortiment bis heute nicht.

In jüngster Zeit bekam die perfekte Fassade jedoch einen Riss. Finanziell macht Barbie derzeit eine gewaltige Midlife-Krise durch. Die Konkurrenz ist eben jünger. Die Puppenserie «Bratz» des amerikanischen Wettbewerbers MGA, die vor einigen Jahren auf den Markt kam, macht Mattel zu schaffen. Die großäugige, frech aussehende Rivalin ist besonders bei größeren Mädchen erfolgreich. Mattel hatte dadurch und wegen der Finanzkrise das schlechteste Weihnachtsgeschäft seit Jahren, die Gewinne gingen um 46 Prozent zurück. Barbie selbst nimmt das zum Glück locker: Sie lächelt weiter. Und zieht sich eben noch mal um.



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