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Medienhaus Lensing
03.02.2012 06:10 Uhr
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Karl-May-Festspiele: Neue Darsteller-Generation in Elspe

ELSPE Als Benjamin Armbruster seinen Chef Jochen Bludau im vergangenen Jahr fragte, wie lange er denn noch den Winnetou spielen soll, kam die Antwort prompt: „2012 zum letzten Mal, habe ich gesagt“, sagt der Gründer der Karl-May-Festspiele im sauerländischen Elspe und lächelt.Von Uwe Becker

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Benjamin Armbruster als Winnetou (r.) und Jean-Marc Birkholz als Old Shatterhand. (Foto: dpa)

25 Jahre lang hat Armbruster in Elspe auf der Bühne gestanden, viele davon als Häuptling der Apachen. „Da kann man ihn ja nicht einfach so in den Ruhestand gehen lassen. Es soll schon ein besonderer Abschied werden“, so Bludau.

Deswegen hat er sich entschieden, ebenfalls von der Bühne abzutreten. Das Publikum kommt deshalb in diesem Jahr in den Genuss von je zwei Mal Winnetou und Old Shatterhand: „Wir stellen dem aktuellen Stück Winnetou 1 einen Prolog voran, in dem Benjamin und ich das Ende von Teil 3 vorwegnehmen und dann von der Bühne gehen“, erklärt Bludau, warum er sich am Ende nach 19 Jahren Abstinenz nochmal in den Lederanzug der Schmetterhand wirft.

Ohne Old Shatterhand geht´s anschließend natürlich nicht im Stück. Der Neue trägt den Namen des Alten: Bludau. Sohn Oliver hat vor Jahren bereits die Geschäftsführung übernommen, jetzt tritt er auch schauspielerisch in die Fußstapfen des Vaters. „Ich habe schon im letzten Jahr gemerkt, dass mir das richtig Spaß macht. Ich wurde ja ins kalte Wasser geworfen.“ Bludau junior musste die Rolle eines Mimen übernehmen, der ausgerechnet während der Premierenvorstellung einen Schwächeanfall erlitt und für den Rest der Saison ausfiel.

Keine Vorschusslorbeeren für den Sohn

„Oliver hat dann allerdings sofort Schauspielunterricht bei mir genommen“, sagt Ex-Winnetou Armbruster, dessen Nachfolger Jean-Marc Birkholz schon mehrfach in Elspe gespielt hat. Allerdings: „Es gab für meinen Sohn keine Vorschusslorbeeren. Hätte es schauspielerisch nicht gepasst, wäre ich eingeschritten“, macht Jochen Bludau klar. Musste er aber nicht.

Sein Freund Armbruster wird mit ihm weiterhin Regie führen bei den Festspielen:  „Auf der Bühne werden wir garantiert nie mehr erscheinen.“

Das Geschäftliche hat Oliver Bludau allein zu stemmen: „Da halte ich mich inzwischen absolut raus“, sagt der Vater. Um 180.000 Zuschauer im Jahr zu locken, muss man sich auch im Bereich Marketing extrem anstrengen: „40 Prozent unserer Gäste sind Wiederholungstäter, 60 Prozent müssen wir neu locken“, weiß Bludau senior.

Zwischen 6 und 13 Jahren kommen die Kinder, dann ist Karl May uncool: „Und mit 27, 28 Jahren geht es dann wieder los“, hat Jochen Bludau gelernt. Die ältere Generation bringt anschließend Kinder und Enkel nach Elspe.

Dort wird gerade auch handwerklich ordentlich geschuftet: 250 000 Euro investiert Oliver Bludau, damit sich nicht nur das Ensemble, sondern auch das Drumherum verjüngt und „aufhübscht.“

Am 23. Juni startet auf der Freilichtbühne in Elspe die Saison. In diesem Jahr wird bis in den September hinein „Winnetou I“ gespielt, der Vorverkauf hat begonnen.


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