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Medienhaus Lensing
09.02.2012 12:07 Uhr
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Ramsauer: Bahn nicht optimal auf Winter vorbereitet

Berlin (dpa) Die Bahn ist nach Einschätzung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) noch nicht optimal auf den Winter vorbereitet. «Die Bahn hat einfach zu wenig rollendes Material», sagte Ramsauer der «Rheinischen Post».

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Eine verschneite Lokomotive der Deutschen Bahn. Foto: Martin Gerten/Archiv (Foto: dpa)

Versäumnisse der Vergangenheit könnten über Nacht nicht wettgemacht werden. Zwar seien für mehrere Milliarden Euro neue ICE und Regionalzüge bestellt; doch bis diese eingesetzt werden könnten, vergingen noch Jahre, erläuterte der Minister.

Deshalb könne er angesichts der anhaltenden Kältewelle nur hoffen, dass ein neues Bahn-Chaos ausbliebe. Beim Streusalz hätten Bund und Länder ihre Hausaufgaben gemacht und zusätzliche Reserven und Lager angelegt, sagte Ramsauer. Keine Hoffnung machte Ramsauer den festsitzenden Schiffskapitänen. Zwar seien 50 Eisbrecher im Einsatz. Bei diesem Gefrierschrankwetter frören die Fahrrinnen der Wasserstraßen aber schnell wieder zu. Selbst Heizungen könnten die Schleusen nicht mehr in Betrieb halten.

Unterdessen fordert der anhaltende Frost und das Eis auf der Ostsee auch von den Eisbrechern ersten Tribut. Der eisbrechende Tonnenleger «Ranzow» liege mit einem Maschinenschaden im Hafen und werde voraussichtlich bis Ende Februar ausfallen, sagte der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, Holger Brydda, der dpa. Wegen der bis zu 20 Zentimeter dicken Eisdecke in den Gewässern um Rügen, Hiddensee und Usedom ist seit Mittwoch auch das 6000 PS starke Mehrzweckschiff «Arkona» im Einsatz, um Schiffen den Weg in die Häfen zu bahnen.

Das Schwesternschiff der «Ranzow», die «Görmitz», ist seit sechs Tagen als Eisbrecher unterwegs. Für die Schifffahrt gilt in den vorpommerschen Küstengewässern seit mehreren Tagen ein Nachtfahrverbot. Die Schiffe müssen zudem mindestens über die Eisklasse 1 verfügen.

Dank einer wärmenden Wolkenschicht hat sich der Frost im Osten Deutschlands derweil in der Nacht zum Donnerstag etwas abgeschwächt, im Westen war es dagegen klar und entsprechend kälter. Kältester Ort im Messnetz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war Leutkirch in Baden-Württemberg mit minus 20,4 Grad, im bayerischen Kaufbeuren fiel das Thermometer auf 19,8 Grad.

In Sachsen und Thüringen war es nicht ganz so kalt, aber es gab dort immer noch zweistellige Minusgrade. «Unter Wolken wird es nachts nicht so kalt», sagte DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold. Allerdings verhinderten Wolken tagsüber auch eine Erwärmung.

An der Großwetterlage ändert sich erstmal nichts: Russland-Kältehoch «Dieter» sorge auch weiter für knackigen Frost. Auch am Freitag und am Wochenende bleibt es kalt, die Sonne zeigt sich, es gibt aber auch Wolken.

Und Wolken können Glatteis bringen, wie in Mecklenburg-Vorpommern, wo es am Donnerstag gefrierenden Nieselregen gab. Selbst bei starkem Frost könnten Wolken Wassertropfen enthalten, erläuterte Paetzold, «nämlich dann, wenn sogenannte Kondensationskeime fehlen.» Damit sich Eis bilden kann, sind winzige Schmutzpartikel nötig. Auch die elektrischen Ladungen der Oberflächen, auf der die Tropfen liegen, spielen eine Rolle. «So kann sehr sauberes Wasser ohne weitere Störungen auf minus 40 Grad abgekühlt werden, ohne dass es gefriert», sagte Paetzold. Treffen die Tröpfchen dann auf tief gefrorenen Boden, werden sie sofort zu Eis.



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