Hintergründe und Rückblick
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Giglio/Rom (dpa) Vier Wochen nach dem Kentern der «Costa Concordia» vor der Küste Italiens fehlt der Reederei ein Zeitplan für den Abtransport des Wracks. Das Abpumpen des gefährlichen Schweröls an Bord könnte unterdessen beginnen, sobald sich das Wetter bessert.
An Bord des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" sind neben viel gefährlichem Schweröl vermutlich auch noch Tote. Foto: Luca Zennaro (Foto: dpa)
Das berichten italienische Medien am Freitag. Der niederländischen Bergungsfirma Smit gelang es demnach, die notwendigen Anschlüsse an den ersten sechs Tanks des Kreuzfahrtschiffes anzubringen. Zu Beginn dieses Wochenendes zog in Italien jedoch eine neue Wetterfront mit Schnee, Eis und Regen auf.
Im Moment könne er noch nicht sagen, wann das Kreuzfahrtschiff weggeschafft werden solle, hatte der Chef der Reederei Costa Crociere, Pierluigi Foschi, den besorgten Insulanern am Donnerstag erklärt. Das Schiff müsse abtransportiert werden und dürfe die Umwelt nicht verschmutzen. «Alles dafür wird in Sicherheit und vernünftigem Zeitrahmen getan werden müssen», sagte Foschi. Wenn möglich, werde man versuchen, das Kreuzfahrtschiff «in einem Stück» wegzubringen.
Die Bergungsteams mussten in die Tanks jeweils zwei Löcher bohren. In den sechs ersten Tanks befindet sich nach Angaben von Smit mehr als die Hälfte der etwa 2300 Tonnen Treibstoff, überwiegend Schweröl. Sollte das Öl auslaufen, befürchten Experten eine Umweltkatastrophe.
Das Schweröl muss erhitzt werden, um es ableiten zu können. Gleichzeitig wird dabei durch die zweite Öffnung Wasser in den Tank gedrückt, um Gewicht und Druck auszugleichen. Wind und Wellengang hatten das Bergungsteam mehrfach gezwungen, die Arbeit einzustellen.
Auch die Suche rund um das gekenterte Schiff geht weiter. Taucher der Feuerwehr kontrollierten am Donnerstag fünf weitere Objekte unter Wasser, die zuvor markiert worden waren. Nach den Angaben des Krisenstabes fanden sie aber nichts von dem havarierten Schiff, also auch keine Opfer. Sechs Objekte müssten noch untersucht werden. Fachleute beobachten weiterhin auch die millimeterweisen Bewegungen des Wracks und prüfen, ob umweltschädliche Stoffe ins Meer gelangen.
Die «Costa Concordia» war vor vier Wochen - am 13. Januar - mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und leckgeschlagen. Bislang wurden 17 Leichen geborgen. 15 Menschen werden noch vermisst, darunter sechs Deutsche.
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