Hintergründe und Rückblick
Opels langer Weg
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Wiesbaden (dpa) Deutschland wird auch im Tourismusgeschäft ein europäischer Riese: Mit 394,1 Millionen Übernachtungen verzeichneten Hotels und Campingplätze bei einem Plus von 4 Prozent das zweite Rekordergebnis in Folge, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.
Das Schloss Neuschwanstein bei Füssen zählt nach wie vor zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und lockt viele Besucher an. Foto: Karl-Josef Hildenbrand (Foto: dpa)
Besonders deutlich stieg die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus dem Ausland (plus 6 Prozent). Im Verhältnis dazu nahmen die Übernachtungen der Inländer nur halb so stark zu, nämlich um 3 Prozent. Sie buchten mit 330,3 Millionen aber immer noch mehr als fünf Mal so viele Übernachtungen wie Gäste aus anderen Ländern mit 63,8 Millionen.
Mit dem Wachstum habe sich Deutschland 2011 als zweitbeliebtestes Reiseziel der Europäer nach Spanien (+10 Prozent) bei allen Reisen etablieren können, berichtete Petra Hedorfer, Chefin der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Damit habe der Abstand zu Frankreich weiter ausgebaut werden können. Daneben seien zweistellige Wachstumsraten aus China, Indien und Brasilien für die Dynamik aus dem Ausland verantwortlich, sagte Hedorfer in Frankfurt.
Neben den Niederländern als größter Gästegruppe hätten insbesondere die Schweizer den Nachbarn Deutschland als preisgünstiges Reiseland mit hoher Dienstleistungsqualität und Serviceorientierung entdeckt. Mit rund 4,4 Millionen waren es doppelt so viele Übernachtungen aus der Schweiz als noch vor zehn Jahren. Die Eidgenossen bevorzugten das Luxussegment und kauften wegen des günstigen Wechselkurses zum Euro kräftig Waren aller Art ein, berichtete Hedorfer.
Aus den hochverschuldeten Ländern Südeuropas schwächelte hingegen der Besuch: Noch im Plus lag Spanien, während Griechen, Italiener und Portugiesen seltener nach Deutschland reisten. Von den mehr als 10 Millionen Übernachtungen der Niederländer entfielen rund 1,5 Millionen auf Campingplätze.
Man werde die Schallmauer von 400 Millionen Übernachtungen in diesem Jahr durchbrechen, meinte Wirtschafts-Staatsekretär Ernst Burgbacher (FDP). Der Tourismus zähle laut Studien zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Deutschland. Die ausländische Reisenden gäben jährlich rund 36,6 Milliarden Euro in Deutschland aus.
Für dieses Jahr setzt die Tourismuszentrale auf Großereignisse wie die Weltkunstausstellung documenta in Kassel, die Preußen-Feierlichkeiten oder das 800-jährige Jubiläum des Thomanerchors in Leipzig. Es werde ein weiteres Übernachtungsplus von bis zu 3 Prozent erwartet. Gezielt würden die Märkte in Schwellenländern wie Brasilien, Indien oder Russland bearbeitet, berichtete Hedorfer. Ein neues DZT-Büro in Belgrad soll zudem ab dem 31. März den Balkan-Markt betreuen.
Nach den Auswertungen des Bundesamtes steigen die Übernachtungszahlen seit 2004 kontinuierlich an, mit Ausnahme des von der Wirtschaftskrise geprägten Jahres 2009. In der Statistik werden Hotels mit mindestens neun Betten und Campingplätze erfasst.
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