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Medienhaus Lensing
03.09.2010 10:55 Uhr
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Rettungsplan: Frist für Karstadt-Kaufvertrag auf Mittag verschoben

ESSEN/BERLIN Das Ringen um Karstadt dauert buchstäblich bis zur letzten Minute. Die Beschäftigten hoffen heute auf die Bestätigung des Rettungskonzepts durch das Amtsgericht Essen. Doch noch liegen nicht alle Unterschriften der Gläubiger vor, wurde in der Nacht die Frist für die Unterzeichnung des Kauffvertrages auf heute Mittag verschoben.dpa

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 (dpa)

Der Ausschuss der Karstadt-Gläubiger habe Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg dazu in der Nacht zum Freitag ermächtigt, sagte Görg-Sprecher Thomas Schulz. Ursprünglich sollte diese Frist bereits um Mitternacht auslaufen. Das Amtsgericht Essen werde nun um 14 Uhr seinen Entscheid über die Annahme des Insolvenzplans verkünden, teilte ein Sprecher des Gerichts am Freitagvormittag mit.

Zuvor müssen jedoch alle Gläubiger des Vermieterkonsortiums Highstreet den von Investor Nicolas Berggruen geforderten Mietsenkungen abschließend zustimmen. Nachdem in der Nacht zum Freitag eine grundsätzliche Einigung darüber erzielt worden war, mussten zunächst noch zahlreiche Unterschriften eingesammelt werden. Aus Kreisen hieß es am Freitagvormittag, dass noch nicht alle vorlägen.

Erst wenn alle Unterschriften geleistet sind, können die Mietverträge zwischen Berggruen und Highstreet in Kraft treten. Nach dpa-Informationen sollen die Verträge bereits unter Vorbehalt unterzeichnet worden sein.

Eine abschließende Einigung ist Voraussetzung für den Vollzug des Kaufvertrags. Eine entsprechende Mitteilung liege bislang noch nicht vor, sagte Schulz. Der Vollzug des Kaufvertrags ist Voraussetzung dafür, dass das Essener Amtsgericht am Freitag den Insolvenzplan für Karstadt billigen kann. Möglich wäre jedoch auch eine weitere Verschiebung des Gerichtstermins.

Bundesarbeitsministerin ist optimistisch

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) äußerte sich dennoch zuversichtlich. „Noch sind die Verträge alle nicht so unterschrieben und bestätigt, dass man aufatmen kann. Aber inzwischen zeichnet sich doch ab, dass wir berechtigte Hoffnung haben können, dass es nicht zu einer Liquidation von Karstadt kommt“, sagte die Ministerin. Sie war am späten Donnerstagabend zu einem kurzen Treffen mit Berggruen und Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg im Karstadt- Haus am Berliner Kurfürstendamm gekommen.

  Görg sagte am Donnerstagabend, dass ihm die letzten Zustimmungen aus dem Kreis der Kreditgeber für Highstreet vorerst noch nicht schriftlich vorlägen. Er freue sich, dass strittige wirtschaftliche Fragen inzwischen gelöst seien. „Aber richtig freuen kann ich mich erst, wenn die Tinte trocken ist, und das ist sie eben noch nicht.“

Zustimmung der Gläubiger war entscheidend

Die Zustimmung der Gläubiger ist die Bedingung dafür, dass die Mietverträge geschlossen werden können. Nur dann kann der Essener Insolvenzrichter den Insolvenzplan am Freitag billigen. Erst dann kann die Übernahme durch Berggruen erfolgen. Der Gerichtstermin war bereits mehrfach verschoben worden.

Die Einigung mit Highstreet auf niedrigere Mieten war eine Voraussetzung für den Einstieg Berggruens. Das Immobilienkonsortium, hinter dem unter anderem die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Deutsche Bank stehen, hatte sich selbst Geld bei Kapitalgebern geliehen, um die meisten der Warenhaus-Filialen zu erwerben und dann an Karstadt zurückzuvermieten. Für diese Gläubiger bedeuten niedrigere Mieten auch eine geringe Rendite.

Alle 120 Filialen sollen erhalten bleiben


Berggruen will alle 120 Filialen erhalten. Investieren will er 70 Millionen Euro eigenes Kapital, sobald der Kaufvertrag in Kraft tritt. Die Marke Karstadt soll verjüngt und modischer werden. Es wird damit gerechnet, dass der 48 Jahre alte Finanzier in Kürze Details zu seinem Konzept vorlegt.




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