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Medienhaus Lensing
03.09.2010 14:52 Uhr
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Gericht gibt grünes Licht: Karstadt-Rettung endgültig unter Dach und Fach

Essen Das Essener Amtsgericht hat den Karstadt-Insolvenzplan angenommen. Damit sei die Übernahme der Warenhauskette durch den deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen in letzter Instanz bestätigt, teilte das Gericht am Freitag mit. dpa

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Nicolas Bergguen, Investor für den insolventen Warenhauskonzern Karstadt, steht am Donnerstag (02.09.2010) lächelnd in der Karstadt-Filiale am Kurfürstendamm. (Foto: dpa)

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Zuvor hatten Berggruen und der Karstadt-Vermieter Highstreet die Mietverträge unterschrieben. Die darin vereinbarten Mietsenkungen waren Bedingung für den Einstieg des Investors, allerdings hatte sich eine Einigung über Wochen hingezogen. Am Freitagmorgen fehlten nach der grundsätzlichen Einigung vom Vortag dann zunächst noch einige Unterschriften.

Vor dem Gerichtsentscheid hatten Berggruen, Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Karstadt-Rettung in einer Filiale in Berlin verkündet. „Karstadt steht. Karstadt wird jetzt, glaube ich, ein sehr aufregendes Leben haben“, sagte Berggruen. „Ich bin irrsinnig glücklich, dass ich dabei bin.“ Die Ministerin sprach von einem „Tag der Freunde“ für das Unternehmen mit rund 25.000 Beschäftigten. Deren Arbeitsplätze und 120 Filialen will Berggruen erhalten.

Nun bestehe nur noch eine 14-tägige Beschwerdefrist, in der mögliche Verfahrensfehler beanstandet werden können, teilte das Gericht mit. Am 1. Oktober soll dann Berggruen die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH erhalten. 

70 Millionen Euro Eigenkapital
 
Investieren will der 48 Jahre alte Finanzier, Sohn des legendären jüdischen Kunstsammlers Heinz Berggruen, 70 Millionen Euro eigenes Kapital, die Marke Karstadt soll verjüngt und modischer werden. Der Warenhauskette bliebe damit das Schicksal des Schwesterunternehmens Quelle erspart. Dem Versandhändler blieb vor fast einem Jahr nach gescheiterten Rettungsversuchen nur die Schließung.

Der Investor hatte den Kaufvertrag bereits Anfang Juni unter Vorbehalt unterschrieben, nachdem er als Sieger aus einem Bieterverfahren hervorgegangen war. Die Einigung zwischen Berggruen und Highstreet zog sich jedoch über Monate hin. Das Konsortium, hatte unter der Ägide des früheren KarstadtQuelle-Chefs Thomas Middelhoff, der den Konzern in Arcandor umbenannt hatte, die meisten der Karstadt-Warenhäuser gekauft und dann an das Unternehmen zurückvermietet.

Für den Kauf lieh sich das Konsortium, hinter dem unter anderem die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Deutsche Bank stehen, selbst Geld bei Kapitalgebern. Diese Gläubiger zögerten ihre Zustimmung zu den niedrigeren Mieten aber immer wieder hinaus. Der Donnerstag hatte jedoch als letzte Frist gegolten. Insolvenzverwalter Görg hatte für den Fall eines Scheiterns auch einen Plan zur Zerschlagung Karstadts in der Schublade.

Ungewisse Zukunft


Auch mit Berggruens Einstieg steht Karstadt nach Einschätzung von Branchenkenners eine ungewisse Zukunft bevor. Das Kaufhaus-Konzept für Innenstädte gilt als überholt, für die gesamte Warenhaus-Branche rechnen Experten in den kommenden Jahren allenfalls mit einer Stagnation. Entscheidend dürfte daher Berggruens Maßnahmen zur Neuausrichtung der Kette sein.

In die Röhre guckt nach dem Berggruen-Einstieg dessen Mailänder Widersacher Maurizio Borletti. Der Warenhaus-Unternehmer, der selbst an Highstreet beteiligt ist, hatte bis zuletzt auf ein Scheitern der Verhandlungen gepokert. Er wollte Karstadt selbst übernehmen. Insolvenzverwalter Görg lehnte die Offerte jedoch ab, da Borletti seine Absicht zu spät kundgetan habe. 



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DAX: Schlusskurse im Späthandel am 25.05.2012 um 20:30 Uhr

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Dow Jones

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Devisen

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