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Medienhaus Lensing
09.03.2010 20:26 Uhr
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Großprojekt im Ruhrgebiet: Millionen für Elektroautos

NRW In Nordrhein-Westfalen startet ein weiteres richtungsweisendes Modellprojekt zum Einsatz von Elektroautos. In den Städten entlang der Autobahn 40 sollen bis Mitte kommenden Jahres 150 Wagen mit Elektroantrieb rollen.Von Matthias Langrock und Jens Gerke

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Ein Bild, das man in Zukunft auf den Straßen in NRW häufiger sehen soll: ein Elektroauto beim Betanken. (Foto: Lutz Kampert/RWE)

Diese stellen der Autobauer Renault und der Energiekonzern RWE zur Verfügung. Wie RWE gestern in Essen mitteilte, soll mit dem Projekt die Elektromobilität Teil des Pendlerverkehrs werden. Gerade im Ruhrgebiet mit seinen Staus können die Elektrofahrzeuge „ihre Stärken ideal unter Beweis stellen“, hieß es.

Das Bundesverkehrsministerium unterstützt das Projekt mit sieben Millionen Euro. Es ist Teil eines Förderprogramms, für das das Ministerium bundesweit 115 Millionen zur Verfügung stellt. In NRW gibt es insgesamt fünf Projekte. „Bis 2020 sollen mindestens eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren“, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Nach Angaben des NRW-Wirtschaftsministeriums sollen allein 250 000 hier im Land unterwegs sein.

Die hohe Bedeutung der Elektroautos betont Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. „Mittel- und langfristig wird das Elektroauto die Automobilindustrie umkrempeln“, so der Chef des „Center Automotive Research“ an der Universität Duisburg-Essen. Er sei sich sicher, dass Autos mit Steckdosenanschluss und Batterie in einigen Jahren Marktreife erreichen werden.

"e-Paket" für 899 Euro im Monat

Zum Projektstart bietet RWE ein „e-Paket“ an. Für 899 Euro im Monat können Privatpersonen ein Fiat-Elektroauto leasen. In dem Paket sind eine Ladestation und kostenloser Strom bis Mitte 2011 enthalten. Zum Start können die Modelle nach RWE-Angaben mit einer Batterieladung bis zu 160 Kilometer weit fahren.

In einem anderen Projekt in Köln geht es um viel größere Fahrzeuge. Hier soll getestet werden, inwiefern sich Sprit sparen lässt, indem man verbrauchsintensive Transporter wie Müllwagen oder Postautos auf Elektroantrieb umstellt.

Für Joachim Neuser, Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums, sind die insgesamt fünf Projekte ein Vorgeschmack auf mehr: 250 000 Fahrzeuge sollen bis zum Jahr 2020 in NRW fahren, „gerne auch mehr“, sagte er gestern unserer Zeitung. Neuser ist sich sicher, dass „in jedem Automobilkonzern“ darüber nachgedacht werde, ein Elektromodell an den Start zu bringen. Der Weg vom Benziner zum Elektroauto vergleicht er mit der Entwicklung in der Schifffahrt. Da habe es viele Schritte zwischen Segler und dem Motorschiff gegeben.

Klar ist: Bis zur Markteinführung in Serie ist noch einiges zu tun. Vor allem an Batterien soll gearbeitet werden, weil sie momentan noch teuer, groß und schwer sind. Die Energiezelle ist nicht die einzige Baustelle: „Es fehlt zum Beispiel an geeigneten Werkstätten“, sagt Hans-Uwe Funk von der Energieagentur.NRW, der die Projekte koordiniert. Vor allem aber sieht Funk gerade für NRW Chancen in der Einführung des Elektroautos. Er hält alle Voraussetzungen für erfüllt, um die Fahrzeuge hierzulande zu bauen. So gebe es Zulieferer für fast alle Komponenten in NRW. „Kleinserien könnte man schon heute hier bauen“, so Funk. Für Großserien fehle aber noch eine Produktionsstätte. Auch Stadtwerke hoffen auf gute Geschäfte mit den Elektroautos.

In diese Richtung denkt auch Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom „Center Automotive Research“ an der Uni Duisburg/Essen. Er nennt die Vorhaben einen „sehr wichtigen Schritt“. Das Elektroauto sei „der Zukunftsmotor“ der Autobranche.


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