Hintergründe und Rückblick
Opels langer Weg
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Nürnberg (dpa) Öko-Bauern und ein Teil der Biobranche sorgen sich über die sinkenden Preise für Bio-Lebensmittel. Vor allem Billigimporte aus dem Ausland ermöglichten Öko-Landwirten immer seltener existenzsichernde Einkommen, klagten Politiker und Verbandsvertreter während der Ökomesse Biofach in Nürnberg.
Im Hofladen eines Biobauern. Öko, aber billig - die deutschen Ökobauern sehen die Entwicklung mit Sorge. Foto: Uli Deck (Foto: dpa)
Viele konventionelle Landwirte legten deshalb ihre Umstellungspläne erst einmal auf Eis. Erste Ökobauern überlegten sogar, wieder zu dem weniger aufwendigen konventionellen Anbau zurückzukehren.
Der mecklenburgische Agrarministers Till Backhaus (SPD) berichtete auf der Biofach, Bioprodukte seien wegen Importen aus dem Ausland inzwischen so preiswert, dass sich der Ökoanbau in Deutschland immer weniger lohne. So sei Rindfleisch aus ökologischer Erzeugung nur noch um sechs Prozent teurer als konventionell erzeugte Ware. «Das führt dazu, dass viele Öko-Betriebe inzwischen sehr genau darüber nachdenken, ob sie so weitermachen sollen». Er sehe die Gefahr eines «Rückumstiegs», betonte er auf einer Veranstaltung des Deutschen Bauernverbandes (DBV).
Nach seiner Ansicht müssten ökologisch erzeugte Lebensmittel rund 30 Prozent teurer sein als Erzeugnisse aus konventionellem Anbau. Vom Lebensmittelhandel verlangte Backhaus ein größeres Verantwortungsgefühl gegenüber Öko-Landwirten. Nur wenn sie diesen einträgliche Preise sicherten, blieben ihnen deutsche Ökobauern als zuverlässige Lieferanten erhalten. Auch nach Erkenntnissen des Bauernverbandes würden mehr Landwirte auf Öko-Anbau umstellen, wenn sie höhere Erzeugerpreise für ihre Bioprodukte erhielten.
Der mit fair und zumeist auch ökologisch hergestellten Produkten handelnde Transfair-Verein machte am Donnerstag für die niedrigen Preise für Bio-Lebensmittel auch den Preiskampf der Supermarktketten verantwortlich. Möglich sei dies allerdings nur wegen der Schnäppchen-Mentalität vieler Verbraucher. «In der Schweiz und England lieferten sich Supermärkte einen Wettbewerb um Qualität, in Deutschland wird der Wettbewerb über den Preis ausgetragen», berichtet Transfair-Geschäftsführer, Dieter Overath, auf der Biofach.
Ungeachtet würden inzwischen fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee, Bananen oder Schnittblumen in allen deutschen Supermärkten angeboten. Mit dem Lebensmittel-Discounter Aldi habe im vergangenen Jahr die letzte deutsche Supermarktkette Produkte mit dem Fairtrade-Siegel in die Regale genommen. Overath räumte allerdings ein, dass einzelne Lebensmittelketten nur vereinzelte Produkte aus dem umfassenden Fair-Trade-Sortiment im Angebot haben. 2012 kletterte der Umsatz mit fair gehandelten Produkten nach Overaths Angaben um rund 30 Prozent auf rund 500 Millionen Euro.
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