Deutscher Fußball-Bund: "Affäre Amerell": Regionalverband wird aktiv
Frankfurt/Main (dpa) FRANKFURT/MAIN Der Süddeutsche Fußball-Verband (SFV) will einen Untersuchungsausschuss mit Juristen einrichten, um nach dem Fall Manfred Amerell das Schiedsrichter-Wesen auf den Prüfstand zu stellen.
Manfred Amerell (vorn) will gerichtlich gegen die Vorwürfe der sexuellen Belästigung vorgehen.
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«Der Verband plant eine Arbeitsgruppe, einen Ausschuss im Zusammenhang mit den Vorfällen um Manfred Amerell», sagte auch der Ulmer Oberstaatsanwalt Wolfgang Zieher, der die Leitung des Gremiums übernehmen soll. Hocke sieht den SFV besonders in der Pflicht, da Amerell bis zur Niederlegung seiner Ämter Schiedsrichter-Obmann bei dem Regionalverband war. Neben Bundesliga-Referee Michael Kempter beschuldigen drei weitere Unparteiische Amerell der sexuellen Belästigung. Das ehemalige Mitglied im Schiedsrichterausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bestreitet die Vorwürfe.
Erste Tagung am 15. März
«Für uns stellt sich die Frage: Hat es bei Schiedsrichter-Ansetzungen, bei Auf- und Abstieg von Schiedsrichtern und bei Beobachtungen Dinge gegeben, die nicht satzungskonform waren?», erklärte Hocke. Der Ausschuss soll am 15. März in Stuttgart erstmals tagen. Die Funktionäre, die im Umlaufverfahren angeschrieben worden waren, müssen dem aber noch bis zu diesem Mittwoch zustimmen. Neben SFV-Präsidiumsmitglied Zieher sollen Winfried Grabsch (Südbaden), Ronny Zimmermann (Nordbaden), Torsten Becker (Hessen) und Reinhold Baier (Bayern) - allesamt Fußball-Funktionäre und Juristen - dem Gremium angehören.
Der ehemalige DFB-Funktionär und Unparteiische Amerell hatte Strafanzeige gegen FIFA-Referee Michael Kempter und drei weitere Schiedsrichter eingereicht, wie die dpa aus Justizkreisen erfuhr. Demnach habe der 63-Jährige seinen Anwälten den Auftrag erteilt, der Staatsanwaltschaft München I eine Strafanzeige wegen Abgabe einer falschen Eidesstattlichen Versicherung und wegen Verleumdung zuzuleiten.













