Deutscher Fußball-Bund: Schiedsrichter-Chef Roth hört zum 9. April auf
Frankfurt/Main (dpa) FRANKFURT/MAIN Volker Roth wird früher als ursprünglich geplant das Zepter als Schiedsrichter-Chef beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) an Herbert Fandel übergeben, erwägt aber keinen kurzfristigen Rücktritt.
Volker Roth (Foto von 2005) wird voraussichtlich bis zum 9. April Schiedsrichter-Chef bleiben.
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Roth betonte aber, dass DFB-Präsident Theo Zwanziger «bisher nicht mit mir gesprochen hat». Lediglich Karl Rothmund, der Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes, habe ihn angerufen. Bei der Präsidiums- und Vorstandssitzung des DFB am Freitag hatte nicht nur Reinhard Rauball als Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auf eine schnelle Ablösung Roths gedrängt und gesagt: «Ich vertraue darauf, dass Herr Zwanziger ein Gespräch mit Herrn Roth sucht, ob es möglich ist, dass er sein Amt am 9. April an Herrn Fandel übergibt.»
Vorwurf der sexuellen Belästigung
Dass Roth nicht sofort abberufen wird, begründeten Zwanziger und Rauball mit den Verdiensten des früheren FIFA-Referees. «Sicher hat er das Schiedsrichterwesen nicht mit der Offenheit geführt, wie wir das jetzt machen wollen. Eine Abberufung wäre aber das schärfste Mittel», sagte Rauball, der einst sogar von einem «Geheimbund» gesprochen hatte.
Roth hatte am 17. Dezember als Erster von Bundesliga-Schiedsrichter Michael Kempter erfahren, dass dieser Amerell sexuelle Belästigung vorwirft. Erst einen Monat später informierte er davon Zwanziger. «Ich habe mir nichts vorzuwerfen», sagt Roth bis heute. Er habe erstmal recherchieren müssen, was passiert sei. «Außerdem lagen die Weihnachtsfeiertage dazwischen und der DFB-Präsident war im Urlaub.»
Außerordentlicher Bundestag am 9. April
Auf dem Außerordentlichen Bundestag in Frankfurt am Main am 9. April soll nun der 46-jährige Fandel Roth ablösen. Ursprünglich wollte Roth den Stabwechsel erst beim turnusgemäßen Bundestag im Oktober. Offen ist aber, wie es mit den Schiedsrichter-Ansetzungen in den Bundesligen bis zum Saisonende im Mai gehandhabt werden soll. Dazu wollte sich Roth nicht äußern. Der langjährige Spitzen-Schiedsrichter Fandel aus Kyllburg hatte gemeinsam mit DFB-Abteilungsleiter Lutz Michael Fröhlich und Hellmut Krug von der DFL ein Konzept erarbeitet und dieses dem Präsidium vorgestellt.
Als Sündenbock sieht sich Roth nicht. «Ich will kein Theater», sagt er. «Ich habe meine Arbeit beim DFB gemacht, das ist schon in Ordnung.» Roth ist seit 15 Jahren Vorsitzender des Schiedsrichter- Ausschusses. Als Unparteiischer pfiff er zwischen 1971 und 1986 128 Bundesliga-Spiele und war auch Referee bei der EM 1984 in Frankreich und der WM 1986 in Mexiko.













