Duell der Superstars: Messi läuft Ronaldo Rang ab
Madrid (dpa) Drei Tore vor einer Woche gegen den FC Valencia, dann zwei gegen den VfB Stuttgart und nun wieder drei bei Real Saragossa: Lionel Messi schießt den FC Barcelona in einer beispiellosen Ein-Mann-Show fast allein von einem Sieg zum anderen.
Lionel Messi bejubelt einen seiner drei Tore gegen Saragossa.
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Beim 4:2-Punktspielerfolg des spanischen Meisters und Champions-League-Siegers in Saragossa war sogar ein Treffer dabei, von dem die Fußballfans noch in mehreren Jahren schwärmen werden. Der Argentinier eroberte sich den Ball im Mittelfeld, lief über das halbe Feld, ließ mit Körpertäuschungen drei Gegner ins Leere laufen und schoss das «Leder» unhaltbar ins Netz.
«Mir fehlen die Worte», verschlug es selbst Barça-Trainer Josep Guardiola die Sprache. Saragossas Coach José Aurelio Gay war um Worte nicht verlegen: «Messi spielt wie Diego Maradona, nur schneller und mit höherer Drehzahl.» Die spanische Presse schwärmte in höchsten Tönen. «Messi ist ein Gott des Fußballs», meinte das Fachblatt «Sport». «Marca» ergänzte: «Der Fußball zieht vor Messi seinen Hut.» Barça rangiert in der Primera División weiterhin punktgleich mit dem Tabellenführer Real Madrid auf dem 2. Platz.
Aber Spanien erlebt nicht nur einen dramatischen Titelkampf zwischen Real und Barça, sondern auch das persönliche Duell zwischen Messi und Cristiano Ronaldo, den zwei vielleicht besten Fußballern der Welt. In diesem Wettkampf stellt der Argentinier den Portugiesen derzeit in den Schatten. Im Dezember nahm Messi dem Real-Star den Titel des Weltfußballers ab, in der Torschützenliste der Liga hat er mit 25 Treffern zehn mehr auf dem Konto als «CR9». «Ronaldo schießt öfter aufs Tor, aber Messi trifft häufiger», ermittelte die Zeitung «El País» kürzlich.
Damit aber nicht genug. Messi ist in Spanien auch populärer als Ronaldo. Der kleine Argentinier erscheint mit seinem struppigen Haar noch immer als der einfache und bescheidene Junge, der er immer war. Jede Geste von Arroganz ist ihm fremd. Ihn lieben einfach alle. Ronaldo wird dagegen nur von einem Teil der Fußballwelt verehrt. Der andere Teil hasst ihn, weil er in dem Portugiesen einen eingebildeten Schnösel sieht. Während Messi wenig auf sein Aussehen achtet, will Ronaldo nicht nur der Beste sein, sondern auch der Schönste. Das Image von «CR9» leidet auch darunter, dass der Real-Star immer mit Geld in Verbindung gebracht wird: Ronaldo ist mit einer Ablösesumme von 94 Millionen Euro der teuerste Fußballer der Welt. Messi dagegen kostete keine Ablöse, denn er stammt praktisch aus der Talentschule von Barça.
Während Ronaldo bei Reals 3:1-Sieg über Sporting Gijón an diesem Wochenende ohne Treffer blieb, erzielte Messi den zweiten Dreierpack in nacheinander. Ein solches Kunststück hatte in der Ligageschichte bislang nur Salva Ballesta (Racing Santander) im Jahr 1999 geschafft. Dabei hatte der Argentinier an einer dicken Backe gelitten und in Saragossa eigentlich gar nicht spielen sollen. Aber er biss die Zähne zusammen und brachte Barça schon in der 4. Minute per Kopfball in Führung. Als sein Team nachlässig wurde, legte Messi (65./77.) einen Gang zu, schoss im Alleingang das 2:0 und erhöhte später auf 3:0.
Dennoch geriet der Sieg in Gefahr, denn die Platzherren verkürzten auf 2:3. Aber erneut war Messi zur Stelle. Er holte in der Schlussminute einen Elfmeter heraus. Und dann bewies er seine wahre Größe: Statt den Strafstoß selbst zu verwandeln, ließ er dem bis dahin glücklosen Zlatan Ibrahimovic den Vortritt, der dann das 4:2 erzielte. Zum Vergleich: Real-Stürmer Ronaldo hatte sich kürzlich mit Xabi Alonso darum gestritten, wer einen Elfmeter ausführen durfte.













