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Medienhaus Lensing
30.06.2008 17:05 Uhr
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Wien sagt Servus: Aufräumen und Resümee

Wien (dpa) Dem finalen EM-Feuerwerk und hochsommerlichen Temperaturen sind in Wien Nieselregen und graue Wolken gefolgt. In der Innenstadt rund um die Fanmeile staut sich der Verkehr, große weiße LKW laden das ein, was von der EM in Österreichs Hauptstadt übrig geblieben ist.Von Miriam Bandar, dpa

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Ein Arbeiter ist in Wien mit dem Abbau der Fanzone beschäftigt. 

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«Es war ein fröhliches, gelegentlich sehr lautes Fest», resümiert Bürgermeister Michael Häupl. Eine gemeinsame Feier aller mit «König Fußball». Anfangs wollten die «echten» Wiener gar nicht so viel von diesem recht unbekannten Gast Fußball zwischen ihren Rosengärten und Altbauten wissen. Bewohner und Geschäftsleute im noblen ersten Bezirk sorgten sich öffentlich um ein Verkehrschaos, Alkoholexzesse und «Wildpinkler» auf ihren Pflasterstraßen.

Doch dann lief alles besser als erwartet: Außer einiger Festnahmen wegen kleinerer Delikte gab es keine Zwischenfälle, die Sanitäter mussten hauptsächlich nur Kopfschmerztabletten und Pflaster austeilen. Mehr als eine Millionen Menschen jubelten ihren Mannschaften in der offiziellen Fanzone am Wiener Innenstadtring zu. «Die Befürchtungen haben sich zum Glück nicht bewahrheitet», sagt die Vorsteherin des ersten Wiener Bezirks, Ursula Stenzel. Wien habe aus den Erfahrungen der WM in Deutschland gelernt und einige Parks geschlossen, um «unerwünschte Nebeneffekte» zu verhindern. Im Berliner Tiergarten hatten bei der WM 2006 «Wildpinkler» großen Schaden angerichtet.

Wirtschaftlich bringt die EM aus Sicht von Stenzel Wien viel, auch wenn sich einige Gastronomen und Standbesitzer beschwert hatten. «Bei vielen waren die Erwartungen einfach zu hoch.» Nur einmal war die Feiermeile mit 70 000 Fans beim Vorrundenspiel Österreich-Deutschland voll, das Wiener Hanappi-Stadion kam als Ausweichquartier gerade zweimal zum Einsatz.

«Die Stimmung war gut - es war schön in Wien», lobt am Montag der 44-jährige Niederlande-Fan Christian aus Utrecht. Er steht mit seinem Freund Gerald mit Stadtplan in der Hand noch leicht müde vor der Wiener Hofburg und will noch schnell einen Stadtrundgang machen. Gerade diese Kombination aus Fußball und Hochkultur habe beide überzeugt, für zwei Tage zum Finale nach Wien zu fahren. Gefeiert haben beide in der Fanzone und auf dem Stephansplatz mit vielen Deutschen und Spaniern: «Das ging bis um vier Uhr früh.»

Es waren vor allem die vielen ausländischen Fans, die bei wechselhaftem Wetter in den EM-Wochen Feierstimmung in die Donaumetropole gebracht haben. Allein zum Finale am Sonntag reisten rund 40 000 Deutsche und 15 000 Spanier an. «Viele Wiener sind extra in den Urlaub gefahren», sagt Stenzel. Gerade die Innenstadtbewohner seien skeptisch gewesen, so riefen bei der Polizei 30 Prozent mehr erboste Anwohner wegen Lärmbelästigung an. Dennoch habe man sich über die Gäste gefreut. «Es war ein europäisches Fußballfest», sagt Stenzel.

Die US-Studenten George, Angela und Kristen wollen die EURO- Stimmung auch über den Ozean tragen und packen bei den Abbauarbeiten in der Fanzone mit an. Denn die meterhohen EM-Banner, die wochenlang die Absperrgitter dekorierten, dürfen Passanten mitnehmen - wenn sie diese abgetrennt bekommen. «Wir haben uns in der Gaststätte gegenüber Küchenmesser ausgeliehen - das Plakat kommt in den USA dann als Erinnerung an meine Zimmerwand», sagt George, der für zwei Monate in Wien studiert.



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