Notizen von der EM
REVANCHE:Für den Türken Kazim war der Viertelfinal-Sieg gegen Kroatien eine doppelte Freude. Der in London geborene Offensiv-Mann ist der einzige «Engländer» bei der EM. Das Scheitern seines Geburtslandes in der Qualifikation gegen Kroatien hat der 21-Jährige nicht vergessen.
Der Türkei Kazim beim Training.
«Natürlich ist das eine gewisse Genugtuung», sagte der Sohn einer türkischen Zypriotin und eines Antiguaners, der sich selbst als halber Engländer bezeichnet. Entsprechend groß ist seine Vorfreude auf das Duell mit Deutschland im Halbfinale. «Da ich jetzt für die Türkei spiele, und nicht für England, können wir die Deutschen vielleicht endlich mal in einem Halbfinale besiegen.»
NÖRGLER:Fußball-Legende Johan Cruyff hatte Bondscoach Marco van Basten zuletzt kritisiert, hielt sich nach dem Ausscheiden der Niederländer bei der EM aber zurück. «Die Mannschaft ist auf dem Zahnfleisch gegangen», sagte er zwar. Aber sein Gesamt-Fazit viel positiv aus. «Es waren fantastische zwei Wochen. Die weltweite Bewunderung für Oranje ist zurück. Wir müssen stolz auf die Leistungen sein. Es ist eine junge Mannschaft», sagte der Vize-Weltmeister von 1974 als Experte des holländischen TV-Senders NOS.
ZAUBER:Der Glückstag der Niederländer hat seinen Zauber verloren. Fünf Mal trat das Oranje-Team an einem 21. Juni an. Dabei ging kein Spiel verloren. Vor allem die drei Siege gegen Frankreich (EM 2000), Italien (WM 1978) und gegen Deutschland (EM 1988) blieben in bester Erinnerung. Mit der 1:3-Schlappe nach Verlängerung gegen Russland im EM-Viertelfinale am 21. Juni 2008 war diese Serie zu Ende.
SONDERWÜNSCHE:Detaillierte Sonderwünsche hatte die spanische Mannschaft, ehe sie zum EM-Viertelfinale gegen die Italiener nach Wien aufbrach. In den Hotelzimmern sollten für die Akteure lichtundurchlässige Vorhänge aufgehängt werden. Auch die Anzahl, Größe und Standorte der Flachbildschirme wurde der Quartier-Direktion im Voraus übermittelt. Dass fünf spanische TV-Kanäle zusätzlich ins Netz gespeist werden mussten, versteht sich von selbst.
SMS:Italiens Gianluca Zambrotta und Spaniens Carles Puyol haben sich vor dem EM-Viertelfinale in Wien gegenseitig per SMS hochgenommen. «Vamos Brüder, bald sacken wir Euch ein», schrieb Puyol an seinen Teamkollegen beim FC Barcelona in einer Mischung aus Italienisch und Spanisch. «Von wegen, wir werden siegen», antwortete Italiens Rechtsverteidiger kess.













