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Eine Analyse der Misere
Das Schweigen der Männer
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Von THomas Rellmann am 8.02.2010 14:50 Uhr
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MÜNSTER Das Urteil der Fans nach dem Knockout vor zehn Tagen gegen Bochum (1:4) war vernichtend. „Wir wollen Euch kämpfen sehen“, forderten sie unter anderem. Und auch Präsident Dr. Marco de Angelis, Manager Carsten Gockel und Trainer Roger Schmidt ließen in der Analyse des Nachholspiels nur wenige gute Haare an der Mannschaft.
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| Mehmet Kara hat zwar viele geniale Momente, ist aber kein Defensivkünstler. Jean-Marie Tronquet |
Hauptkritikpunkte waren die fehlende Siegermentalität sowie der Mangel an Führungskräften. Wie labil sind diese Preußen wirklich? Hat das Team keine Anführer? Wo liegen die rein sportlichen Defizite? Eine Analyse.
- Leader sucht man im Adler-Ensemble tatsächlich fast vergebens. Am ehesten taugt Rino Capretti, der Kapitän dazu. Seine Ernennung zum Kapitän war durchaus logisch. Wenn sich schwache Leistungen wie in Bochum beim 28-Jährigen häufen, wird es problematisch. Sein Vertreter David Fall gehört zur ruhigeren Gattung, genau wie der sportlich oft herausragende Mehmet Kara. Ex-Spielführer Orhan Özkara ist nur noch Reservist, ebenso Arthur Matlik, der Alter und Erfahrung mitbrächte.
Kaum Offensivdrang
- K Lange schien der SCP mit Capretti, Özkara, Matlik und Jens Grembowietz in der Innenverteidigung gut besetzt. Capretti und Grembowietz erwischten zuletzt aber einen rabenschwarzen Tag. Die Wechselspiele der Hinrunde sollten sich nicht wiederholen. Quantitativ gibt es keine Sorgen – absolute Spitzenqualität verkörpert aber keiner aus dem Quartett.
- Das Spiel über die Flügel bleibt ein Schwachpunkt. Die meisten gelungenen Aktionen verbucht Jens Wissing für sich. Seinem Außenverteidiger-Pendant David Fall fehlt dagegen der Offensivdrang. Davor muss Julian Loose einfach an Präzision und Effizienz arbeiten. Massimo Ornatellis Rückkehr könnte Abhilfe schaffen. Auf links zieht es David Lauretta oder Marc Lorenz eher in die Mitte.
- Sind die Preußen zu lieb? Streitbare Figuren sucht man vergebens. Güvenisiks Transfer könnte da ein Anfang sein. Auf dem Platz kann sich auch Marc Nimptsch wehren, der Sechser versucht emotionale Zeichen zu setzen. Für den Rest aber gilt: Umgänglich ja, loyal sowieso. Jedoch auch ohne wirklich harte Worte nach außen. Die Frage müssen sich die Verantwortlichen stellen: Ist das Zufall?
- Die Stürmer mussten – nicht ganz zu Unrecht – in der Vergangenheit oft als Sündenböcke herhalten. Weller und Sami El-Nounou mussten bereits gehen, Wojciech Pollok bewies zwar hier und da Instinkt, ist aber selten ins Geschehen integriert. Jerome Assauer ist kein Knipser, Michael Erzen kam in dieser Saison noch nicht auf die Beine, steht aber auch nicht für die eingebaute Torgarantie.
- Im Mittelfeld fehlt die Kampfkraft. Kara hat zwar viele geniale Momente, ist aber kein Defensivkünstler. Nimptsch räumt ab (wie auch Matlik), ist ein guter Kopfballspieler, allerdings im Aufbau limitiert. Auch Lauretta, Loose, Lorenz oder Ornatelli sind nicht die Typen, die einfach mal dazwischen fegen.
- K Keeper David Buchholz spielte eine richtig gute erste Saison, wackelt aber mittlerweile zu oft beim Herauslaufen. Auch bei Rückpässen. Hinzu kommt, dass der 25-Jährige kein Antreiber und zu ruhig ist.
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Trainerwechsel
Schmidt entlassen
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Ratloser Trainer
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Regionalliga
1:2 gegen Köln - der nächste Tiefschlag
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SC Preußen - 1. FC Köln II
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