Regionalliga-Reform: Korfmacher plädiert für eigene U23-Staffel
MÜNSTER Die Reform der Regionalligen ist beschlossene Sache. In welche Richtung es geht, ist noch offen. Der Westdeutsche Fußball-Verband mit DFB-Vize Hermann Korfmacher hat sich jetzt klar positioniert: zu Gunsten einer 2+1-Lösung mit Nord- und Süd-Staffel für Amateurvereine sowie einer dritten Staffel für U23-Mannschaften der Lizenzvereine.
Eine Abschaffung der Regionalligen zu Gunsten von acht Oberligen steht beim DFB-Bundestag im Oktober auf Antrag des Bayerischen Fußballverbandes auf der Tagesordnung. „Das sehen wir im Westen jedoch ein wenig anders“, sagt Korfmacher.
Die Gespräche mit den Vereinsvertretern hätten gezeigt, dass es nicht um die Ausgrenzung der zweiten Mannschaften der Lizenzvereine gehe, sondern um eine Stärkung der ersten Mannschaften der Amateurvereine. Bei einem Treffen in der vergangenen Woche in Frankfurt, an dem auch Preußen Münsters Sportvorstand Carsten Gockel teilnahm, waren die Bedürfnisse dieser Klubs auf den Tisch gekommen. "Korfmacher hat Wort gehalten. Das, was er nun anstrebt, ist genau das, was wir besprochen haben", so Gockel.
Antrag liegt vor
Das Modell sieht so aus: Ab der Saison 2012/2013 soll die dreigeteilte Regionalliga mit je 20 Mannschaften in den Staffeln Nord und Süd mit ausschließlich ersten Mannschaften von Amateurvereinen sowie einer bundesweiten Regionalliga-Staffel (U23) mit ausschließlich zweiten Mannschaften von Lizenzvereinen ausgetragen werden. Ein entsprechender Antrag des WFLV für den Bundestag vom 21. bis 22. Oktober in Essen liegt dem DFB bereits vor.
„Wir können die Regionalliga nicht abschaffen, nur weil die zweiten Mannschaften der Lizenzvereine überrepräsentiert sind“, so Korfmacher. Mit der Einführung der Nachwuchsrunde würden die Verbände zum einen dem spielerischen Potenzial der zweiten Mannschaften gerecht, „und dennoch stärken wir so die Traditionsvereine unterhalb des bezahlten Fußballs“, so Korfmacher.
Bayerischer Rückschritt
Die bayerische Lösung, würde für den WFLV einen Rückschritt bedeuten: „Die Spielklassenstruktur-Reform sollte eben eine Bündelung der Kräfte zum Ziel haben, auch mit Blick auf den gesellschaftlichen und demografischen Wandel. Wir brauchen die Regionalligen“, sagt Korfmacher.
Gockel pflichtet ihm bei: "Der Vorstoß zeigt, dass man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hat. Ich hoffe, dass das in Essen nun auch so beschlossen wird." Wichtig sei es, im Vorfeld Überzeugungsarbeit in den einzelnen Landesverbänen zu leisten und Mehrheiten einzuholen. Der baden-württembergische Fußballverband sowie viele Vertreter aus dem Norden und Nordosten haben bereits ihre Zustimmung zum westdeutschen Modell signalisiert, so Gockel.












