Regionalliga: Es gibt einiges zu korrigieren gegen Trier
MÜNSTER Grund genug, zwei Drittel der Mannschaft nach dem desaströsen 0:1 gegen Fortuna Düsseldorf II auszutauschen, hätte Marc Fascher. Der Trainer des SC Preußen tut’s aber nicht. Erstens, weil er nach einem grausamen Spiel nicht alles über den Haufen werfen will. Und zweitens, weil die Personaldecke keine großen Sprünge erlaubt.
Patrick Huckle (r.), dem hier Düsseldorfs Ex-Preuße Timo Scherping in die Parade fährt, war der einzige Akteur, mit dem Trainer Marc Fascher in der Partie gegen die junge Fortuna halbwegs einverstanden war. (Foto:Jean-Marie Tronquet)
Alle Positionen offen
Der lässt sich aber nichts entlocken, verweist nur auf eine kollektive Reaktion in der Trainingswoche. „Alle haben verstanden, dass da Samstag etwas schief gelaufen ist.“ Offen sind offiziell alle Positionen. Auch Keeper Manuel Lenz darf sich seiner Sache nicht sicher sein. Babacar N’diaye erhält als einzig verbliebene Spitze eine Chance. Kapitän Stefan Kühne, gegen die Rheinländer nach 45 ausgewechselt, hat laut Trainer nichts von seinem Status eingebüßt. „Wir haben gesprochen“, sagt der. „Er musste raus, weil wir im Mittelfeld offensiver werden wollten.“
Redebedarf gab’s natürlich auch mit Enfant Terrible Güvenisik. „Er hat Glück gehabt. Jetzt zählt nur für ihn nur noch seine Leistung“, so Fascher, der den Sündenfall damit abhakt. Bezüglich der jüngsten Gesamtdarbietung ist das nur möglich, wenn gegen die Moselkicker, die zuletzt zwei Mal spektakulär in Münster verloren (2:3/0:4), ein sportlicher Quantensprung und damit eine Leistung wie etwa in Verl oder gegen Wolfsburg gelingt. „Die Spieler können sich selbst nicht erklären, was los war“, so der Hamburger. Mit diesem Ansatz allein wird er sich aber kaum zufrieden geben.
Stimulierendes Flutlicht
Die Voraussetzungen passen jedenfalls. Freitag, Flutlicht, vergleichsweise namhafter Gegner – diese Zutaten stimulierten die Preußen oft. Das Schlusslicht der Vorsaison scheint aber gefährlich. Fascher, der Trier beim 2:0 in Kaiserslautern sah, meint: „Ich erwarte zwei kompakte Viererreihen und ein Kampfspiel. Trier sehe ich in dieser Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz.“ Die Standards der Gäste bezeichnet er als „Brandbomben“. Zünden zwei oder drei von denen, würden sie in Münster wohl bereits ein Flächenfeuer auslösen.
So könnten die Preußen spielen:
Buchholz - Duah, Kirsch, Halet, Huckle - Bourgault, Kühne - Chitsulo, Kara, Lorenz - N’diaye
- Zwei Tage nach dem Vorstoß von DFB-Vize Hermann Korfmacher, der als WFLV-Präsident den Antrag auf ein künftiges 2+1-Modell für die Regionalliga-Staffeln auf den Weg brachte (MZ berichtete), legen heute die Fans nach. Vor dem Anpfiff der Preußen-Partie gegen Trier und in der Halbzeit sammeln die SCP-Anhänger weiter kräftig Unteschriften für die bundesweite Initiative „Pro Regionalliga-Reform“. Georg Krimphove im Preußen-Vorstand für die Fan-Begleitung zuständig, erklärt: „Wir haben uns in der Woche nochmal mit Vertretern von 15 Fanclubs zusammen gesetzt. Die Leute wollen mit diesem Aktionstag nochmal ein Zeichen setzen.“ Geplant sind großflächige Banner, die auf die Problematik dieser Klasse, vor allem im Bezug auf Reserve-Teams hinweisen sollen.












