Regionalliga: 3:1 gegen Trier: Fascher-Elf hat verstanden
MÜNSTER Großes Spektakel an der Hammer Straße. Vier Tore, zahlreiche Strafraumszenen, Emotionen. Und aus Sicht des SC Preußen stimmte auch das Ergebnis, 3:1 (2:1) gegen Eintracht Trier. Doch die Münsteraner werden vorsichtig mit Lobeshymnen umgehen, auch wenn Teil eins der Rehabilitation nach dem blamablen 0:1 gegen Düsseldorf II gelang.
Perfekte Rückkehr ins Team: Massimo Ornatelli erzielte den letzten Treffer des Spiels. (Foto: Jean-Marie Tronquet)
Hellwach legte Münster los, wohl in der Gewissheit, eine Menge gutmachen zu müssen. Mehmet Karas Hereingabe konnte Michael Dingels nach 80 Sekunden so gerade noch vor Babacar N’diaye klären. Beim folgenden Kara-Eckball aber war Verteidiger Clement Halet sträflich frei und köpfte das 1:0 (2.). Doch damit nicht genug. Teil zwei des Blitzstarts leitete Stefan Kühne mit einem Steilpass ein, Triers orientierungslose Abwehr grätschte an der Kugel vorbei und N’diaye, der mit Daniel Chitsulo die Doppelspitze bildete, hatte freie Bahn zum 2:0 (5.). Der Sturmschlaks war einer von drei Neuen in der Startelf. Julian Westermann rückte für den zuletzt so enttäuschenden Jürgen Duah rechts in die Viererkette und überraschend gab auch Massimo Ornatelli als Flügel-Ersatz für Julian Loose sein Pflichtspiel-Comeback.
Eine Unaufmerksamkeit in der Defensive brachte das Gebilde nach einer Viertelstunde jedoch ins Wanken. Alban Mehas Flanke war lange genug in der Luft, doch Patrick Kirsch stand einfach falsch, so dass Nico Patschinski beim 2:1 aus sieben Metern keine Mühe hatte.
Angriffsexpress rollt weiter
Die Preußen schüttelten sich kurz und warfen dann den Angriffsexpress schnell wieder an. Wieder ein tolles Kühne-Zuspiel, doch diesmal scheiterte Chitsulo freistehend an Keeper Andreas Lengsfeld (21.). Es ging dennoch schnörkellos nach vorn. Mal durchs Zentrum, wo Trier überhaupt keine Ordnung fand. Mal über die Seiten, wo sich die Außenverteidiger vorbildlich mit vor trauten. Kara blühte auf links phasenweise auf. Kurzweil war das Motto, weil der Gast zumindest im Vorwärtsgang überzeugte. Dingels zielte per Kopf nach eine Meha-Ecke knapp vorbei (25.). Auf der Gegenseite zerrte der Abwehrmann an Chitsulo, das hätte auch Strafstoß geben können (29.). Sorgen bereitete aber auch Münsters Hintermannschaft. Querschläger und voreilige Fouls hielten den Ex-Zweitligisten im Spiel. Meha (36.) auf der einen Seite per Freistoß, N’diaye auf der anderen Sekunden später per Kopf – es war immer etwas los. Chitsulo hätte in der Nachspielzeit der aufwühlenden ersten Hälfte das dritte Tor beisteuern müssen. Nach schönem Kara-Service hatte er Lengsfeld schon umkurvt, traf er aber nur das Außennetz.
Tempo-Drosselung nach der Pause
Und die Begegnung büßte nach dem Wechsel wenig an Tempo ein. Ornatelli volley (51.) und N’diaye per Kopf (52.) waren nah dran am 3:1. Ornatelli machte es dann später doch noch – nach großartiger Hereingabe von Patrick Huckle (62.) aus acht Metern. Damit war der Sieger gekürt, zumal der SCP weiter initiativfreudiger war und auch hinten an Stabilität zulegte. Erst, als die Dunkelheit so richtig einsetzte, beruhigten beide Seiten das Geschehen etwas. Auf den vielen lichten Momenten dieses Abends, das wird auch Marc Fascher wissen, sollte sich seine Elf diesmal aber nicht ausruhen.
SC Preußen: Lenz - Westermann, Kirsch, Halet, Huckle - Bourgault (76. Glöden), Kühne - Ornatelli (72. Lorenz), Kara (84. Duah) - N’diaye, Chitsulo
Eintracht Trier: Lengsfeld - Cozza, Dingels (63. Mbvondo), Cinar, Drescher - Kohler - Asma, Saccone (36. Bachl-Staudinger), Meha - Patschinski (72. Eckstein), Kraus
Tore: 1:0 Halet (2.), 2:0 N’diaye (5.), 2:1 Patschinski (15.), 3:1 Ornatelli (62.) – Zuschauer: 2679
Schiedsrichter: Stefan Trautmann (Hannover)












