Westfalenpokal: Zittersieg ohne Not
MÜNSTER Diesen Rollentausch hätten sich die Preußen gern erspart. Gerade zweieinhalb Wochen ist es her, dass das Team als Underdog unverdient im DFB-Pokal mit 1:2 am VfL Wolfsburg scheiterte. Am Mittwoch war Münster der Favorit - und agierte beim 2:1 (1:1) beim SuS Stadtlohn im Westfalenpokal ebenso pomadig wie jüngst der Bundesligist.
Daniel Chitsulo, hier gegen Stadtlohns Dominik Steiner (r.), gelang das 2:1. (Foto: Sanders)
Nicht ausgeschlossen, dass der SCP dann wieder einen guten Tag erwischt. Gegen kleinere Rivalen tut er sich dagegen oftmals schwer. So auch in Stadtlohn. Dabei startete der Gast mit Schwung, hatte durch Daniel Chitsulo (15.) die erste Kopfballchance und ging durch einen scharf getretenen Freistoß von Tino Möllering, der an allen Protagonisten vorbei ins lange Eck segelte, in Führung (17.). Sercan Güvenisik, erstmals seit seinem Platzverweis vor zehn Tagen wieder im Fokus, hatte das zweite Tor auf dem Fuß (18.).
Zu viele Standards Doch es folgte ein echter Bruch. Der Außenseiter kam zu zahlreichen Standards. Der rechtzeitig genesene Keeper David Buchholz parierte einen Freistoß von Hendrik Vennemann mit Mühe (19.), dann scheiterten erneut Vennemann und Rick Reekers mit einer Doppelchance (20.). Reekers, Sohn des Ex-Profis Rob, steckte aber nicht auf. Eine Hereingabe von Nico Klein-Günnewick bugsierte er gekonnt zum 1:1 ins lange Eck (23.) - die schnelle Quittung für Münsters plötzliche Lethargie.Die Bemühungen der Preußen verpufften nun meist mangels Präzision und Durchsetzungsvermögen. Nur Güvenisik, der ansonsten mit Jordy Koster einen hellwachen Gegenspieler hatte, besaß noch eine Chance. Nach Jürgen Duahs Flanke vergab der Stürmer aber die riesige Gelegenheit (37.).
Zwei Wechsel
Für ihn und Marc Lorenz war dann schon nach einer Hälfte Schluss. Und zunächst sorgten die Neuen auch für mehr Gefahr. Der eine, Babacar N'diaye, scheiterte per Kopf (47.), der andere, Mehmet Kara, mit einem Freistoß am glänzenden SuS-Torwart Christoph Fork (57.). Auf der Gegenseite hatte Buchholz Schwierigkeiten bei einem Vennemann-Versuch (62.). Sein Gegenüber Fork musste gegen N'diaye dann sein ganzes Können aufbieten (66.), beim anschließenden Eckball aber war er machtlos. Möllering brachte die Kugel vors Tor und dem kleinen Chitsulo gelang per Flugkopfball das 2:1 (67.). Alles klar für die Preußen? Nein, ganz und gar nicht. Denn in der Defensive brannte es noch in einigen Szenen, vorne rannten sich Kara, Chitsulo und andere nicht nur ein Mal fest. Hätte Mario Beeke, Joker des Westfalenligisten, bei seinem Hundertprozenter die Nerven behalten (76.), hätte es wohl die Verlängerung gegeben. Doch auch so musste sich SCP-Trainer Marc Fascher auf die Zunge beißen bei seiner Generalkritik.
SCP: Buchholz - Duah, Westermann, Halet, Huckle - Glöden, Bourgault - Möllering, Lorenz (46. Kara) - Güvenisik (46. N'diaye), Chitsulo
Tore: 0:1 Möllering (17.), 1:1 Reekers (23.), 1:2 Chitsulo (67.)












