Ex-Preuße: Jens Wissing beerbt Oliver Neuville
MÜNSTER „Irgendwie ist alles anders und doch gleich“, sagt Jens Wissing, der 22-jährige Ex-Preuße und das neue Fohlen, das auf der Koppel von Borussia Mönchengladbach einen neuen Platz fand. Seit drei Wochen trägt er die Raute des Bundesligisten auf der Trainingskleidung. Aber nicht alles ist für ihn beim Eliteklub vom Niederrhein neu.
Neuzugang Jens Wissing (links) schreibt Autogramme. (Foto: Kruck)
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Guter Einstand
Seit Mitte Juni befindet er sich mit seinem neuen Klub im Training. Zwei Mal täglich. Morgens um 9.30 Uhr, abends um 17 Uhr. „Einen Sonnenbrand habe ich mir geholt, aber keinen Muskelkater. Was die Fitness angeht, macht mir keiner was vor“, sagt Wissing selbstbewusst. Gleich im ersten Testspiel beim Kreisligisten SC Ottenstein kam er als einziger Gladbacher Neuzugang zu seinem ersten Einsatz. „Ich war mit mir zufrieden, war nicht nervöser als im Preußen-Trikot. Aber der Gegner hieß eben Ottenstein und nicht FC Bayern“, ordnet er seine Beanspruchung auf dem Platz beim 9:0-Sieg ein.
Aber auch sonst war es für Wissing ein passender Einstand im nur wenige Kilometer von seiner Heimat Gronau entfernten Ahauser Stadtteil. „Es sind viele Freunde von mir gekommen. Das hat mich natürlich besonders gefreut“, sagt der Linksverteidiger, der nach der Partie beim Autogrammschreiben noch reichlich Ausdauer bewies: „Das gehört zu den wenigen Tätigkeiten, die einem hier keiner abnimmt“, weiß Wissing die Annehmlichkeit als Profi eines Erstligaklubs zu schätzen.
Kaum mit Frontzeck gesprochen
Oft denke er an seine Zeit in Münster zurück, an die Mannschaft, an die Stadt, an die Erfolge, an seinen Mentor, den Ex-Preußen-Trainer Roger Schmidt. Sein neuer heißt Michael Frontzeck. „Er ist eine enorme Autorität. Im Training geben andere die Anweisungen. Er beobachtet. Ich habe bisher kaum mit ihm gesprochen. Er ist auch nicht mein erster Ansprechpartner“, sagt Wissing.
Aber reden will der junge Mann, der 50 Regionalliga- und 35 Oberliga-Spiele für Münster absolvierte, auch gar nicht viel. Wissing will den Cheftrainer überzeugen. Von sich. „Ist doch klar, dass mich hier noch niemand im Kader auf der Rechnung hat. Ich bin neu – und stehe hier auch irgendwie wieder am Anfang“, sagt Wissing, der es auf seiner Position links in der Abwehrkette mit keinem geringeren als dem belgische Nationspieler und Borussia-Kapitän Filip Daems aufnehmen muss. „Aber ich habe an mich eine große Erwartungshaltung. Ich will es auf jeden Fall schaffen. Natürlich muss ich dazu auch Geduld mitbringen, aber ich werde sehr hart arbeiten“, verspricht der neue Mönchengladbacher, der im Stadtteil Rodenkirchen Anfang Juli endlich seine neue Wohnung beziehen konnte.
Trainingslager in Saalfelden
Freitag Morgen um 6.40 Uhr hob Wissing mit der Mannschaft vom Düsseldorfer Flughafen zu einem einwöchigen Trainingslager ins Salzburger Land nach Saalfelden ab. Das zweite Trainingslager, nachdem die Borussia bereits Ende Juni in Herzlake eingecheckt hatte. „Ich freue mich auf die Woche in Österreich, wenngleich niemand diese Zeit der Saison-Vorbereitung mag“, erklärt Wissing.
Nein, er vermisse in der neuen Heimat und beim neuen Arbeitgeber nichts. Und dann fallen ihm doch noch zwei Dinge ein. „Mir fehlen hier noch die Ortskenntnisse. In Münster kannte ich mich blind aus. Hier verfahre ich mich noch zu oft“, sagt er. Und noch etwas: „Ich musste meine Nummer 30 abgeben. Die hat unser Torwart schon“, erläutert Wissing. Entlohnt für sein Entbehrnis aber wurde er fürstlich. Er läuft künftig mit der Nummer 27 auf dem Rücken. Die trug zuletzt das Gladbacher Denkmal Oliver Neuville …









