Gegen Gievenbeck: Sieg im Derby der Saison
MÜNSTER Dass die Tabelle nach drei Spieltagen doch manchmal lügt, zeigte das erste münstersche Westfalenliga-Derby der Saison. Der 1. FC Gievenbeck, bisher mit weißer Weste und Zweiter im Ranking, war der bis dato sieglosen U 23 des SC Preußen beim 2:3 (1:1) in fast allen Belangen unterlegen. Selbst die Spannung der Schlussminuten änderte diesen Eindruck nicht.
Der stets anspielbare zweifache Torschütze Marcel Stenzel (l.) nimmt es hier mit den beiden Gievenbeckern Patrick Westphal und Hendrik Könemann auf. (Foto: Bentlage)
Der FCG, ansonsten in all diesen Bereichen vorbildlich organisiert, fand nur selten Mittel, Gefahr zu erzeugen oder den Druck des Nachbarn über die Außen zu unterbinden.
Defensive Hausherren
Die Hausherren starteten überraschend mit dem genesenen Kay Göttsch und ohne den an der Rippe verletzten Philipp Daldrup in einem sehr defensiv ausgerichteten System und Fabian Leifken in der Spitze. Der war zu Beginn allerdings überhaupt nicht eingebunden, weil der SCP den Ton vorgab.
Die erste Chance nutzte Cihan Bolat gleich mithilfe einer Flanke von Marco Bensmann zum 1:0 (25.), Sekunden vorher waren der Torschütze und Timo Achenbach noch an Damian Hallas und dem Pfosten gescheitert. Der Keeper war kurz darauf zwei Mal etwas unsicher, Julian Westermann (31.) und Florian Quabeck (34.) konnten das aber nicht nutzen.
Zudem blockte Nils Heubrock einen Schuss von Marcel Stenzel noch ab (28.). Fast aus heiterem Himmel fiel der Ausgleich: Christian Keil spielte Michael Fromme an, den zog es gen Strafraum. Eine Körpertäuschung – und schon waren die Profis Marco Riemer und David Buchholz verladen – 1:1 (39.). Die Antwort von Kluft war ein Freistoß, der vorbeisegelte (43.).
Stenzel im Doppelpack
Nach dem Wechsel zogen die Preußen das Tempo an, Gievenbeck blieb weiter ohne Akzente. Kluft vernatzte fast die gesamte FCG-Deckung, flankte präzise über Hallas hinweg auf Stenzel, der mühelos zum 2:1 einnickte (55.). Und der wendige Offensivmann legte exakt 20 Minuten später nach, als die Viererkette der Gastgeber ganz alt aussah und dem Gegenspieler alle Freiheiten und damit das 3:1 (75.) erlaubte. Bolat versäumte völlig freistehend einige Augenblicke später sogar das vierte Tor (76.).
Nochmal Spannung? Hätte keiner der etwa 400 Besucher erwartet. Doch dann mussten Westermann und Quabeck angeschlagen raus – und mit dem Anschlusstor witterten die Blau-Roten Morgenluft. Heubrock hatte auf Patrick Westphal geflankt, dessen Ablage mit der Stirn köpfte Leifken aus zwei Metern ins Netz (80.). Der FCG schmiss alles nach vorn. Doch als letzte Chance strich ein weiterer Leifken-Kopfball am Tor vorbei.











