Trikotwerbung: Stadtwerke sind neuer Hauptsponsor
MÜNSTER Ein Verein geht seinen Weg – und das mit einem neuen Partner an seiner Seite. Der UBC Münster präsentierte am Dienstag die Stadtwerke als neuen Hauptsponsor und verknüpft mit dem Engagement neue große sportliche Ziele. Vor wenigen Jahren noch finanziell angeschlagen, streben die Basketballer nun mehr denn je nach oben.
Manfred Merßmann, UBC-Vize, Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann, UBC-Manager Helge Stuckenholz und Ralf Mertins, Marketing-Leiter der Stadtwerke wollen künftig gemeinsam am großen Rad drehen. (Foto: Tronquet)
Den Betrag, den das Unternehmen jährlich beisteuert, wollten beide Seiten nicht nennen. Er dürfte aber im etwas höheren fünfstelligen Bereich liegen. Einen echten Hauptsponsoren besaß der Klub in den vergangenen Jahre nicht mehr. Neben der Erstvertretung in der 1. Regionalliga soll auch die U 16 in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) mit dem Stadtwerke-Logo auf der Brust einlaufen.
Uni als größter Kunde
Müller-Tengelmann betonte derweil, wie sehr ihn die Stuckenholz-Ansprache beeindruckt habe. „Das war sehr überzeugend. Und auch Götz Rohdewald als Trainer war ein wichtiger Faktor.“ Aus strategischer Sicht erläuterte der Firmenchef das Engagement so: „Wir sind stark mit der Uni verwoben. Und die ist nicht nur der Partner des UBC, sondern auch ein wesentlicher Standortfaktor der Stadt.“
Das belegen die Stadtwerke selbst mit 16 Millionen Euro Umsatz pro Jahr allein durch die Uni oder zuletzt 45 000 Semestertickets für das ÖPNV. „Die Uni ist unser größter Kunde“, sagt Müller-Tengelmann. Und sie ist weit mehr als nur Namensgeber für den ambitionierten Universitätsclub. Bisher warb sie etwa auf den Trikots der Basketballer.
Endlich auf Augenhöhe mit der Konkurrenz
Ab jetzt übernehmen das die Stadtwerke. Deren Boss verknüpft das mit großen Erwartungen: „Gerade das Thema Campus-Sport hat uns sofort begeistert. Studenten brauchen einen Ausgleich zum akademischen Leben. Diese Bereiche befruchten sich gegenseitig.“ Geplant sind in Zukunft zahlreiche Aktionen, die speziell Studierende ansprechen sollen.
Für den UBC bedeutet der Deal vor allem einen viel größeren Spielraum in puncto Kaderplanung. „Wir verfügen nun über Mittel auf Augenhöhe mit unseren Liga-Konkurrenten. Ich konnte schon zwei Spielern sagen, dass sie ihre Nebenjobs streichen können. Mit diesem Partner können sie sich auf Studium und Sport konzentrieren“, erklärt Stuckenholz. In diesem Jahr sieht er den UBC unter den ersten Fünf. „Es wäre schön, wenn wir dann in diesen drei Jahren eine Meisterschaft zurückgeben könnten.“ Zudem ist die Etablierung der Nachwuchsteams in den bundesweiten Eliteklassen ein Ziel.
Neuer Dreiklang
„Wir haben jetzt ganz andere Möglichkeiten“, schwärmt Stuckenholz. „Und wir möchten die gern nutzen, um einen Hype auf dem Campus zu erzielen.“ Sponsoren, Sportler, Studenten – das ist der Dreiklang, auf den der Klub setzt. Die Zeiten maroder Kassen sollen, geht es nach den Machern, erstmal vorbei sein. Stuckenholz kennt das Rezept: „Im Verein sind jetzt Leute, die brennen.“ Und die sind immer die Basis sportlichen Erfolgs.














