Hermann Limberg ist tot: Abschied vom Mann der 4000 Orden

MÜNSTER Aufrichtigkeit, Fleiß, die Treue zum Wort und ein großes Herz für den Karneval: Hermann Limberg, langjähriger Chef des gleichnamigen Bettenhauses und als Geschäftsmann mit Herz und Humor einer der größten Förderer der regionalen Narretei, ist am Sonntag im Alter von 78 Jahren gestorben.

  • Stolz ist Hermann Limberg auf seine Zeit als Prinz 1998, die sein weiteres Leben entscheidend prägte.

    Stolz ist Hermann Limberg auf seine Zeit als Prinz 1998, die sein weiteres Leben entscheidend prägte. Foto (A): Helmut Etzkorn

Als er am Rosenmontag, schon von seiner schweren Krankheit gezeichnet, aus dem Fenster seines Hauses an der Bogenstraße winkend den Prinzen Karneval auf dem Rosenmontagswagen begrüßte, war es so eine Art wehmütiger Abschied von einer Zeit, die Limberg in den vergangenen Jahrzehnten nachhaltig prägte.

„Mein Leben ist reicher geworden“ meinte der  Prinz Karneval 1998 in einem Interview kurz nach seiner Zeit als münstersches Narrenoberhaupt. Es folgten Jahre, in denen er erst richtig aufdrehte. 2003 gründete er die Giesla und Hermann Limberg-Stiftung, realisierte so den Bau des Wolbecker ZiBoMo-Karnevalsmuseums.

„Ich habe die karnevalistische Freundschaft als ein Kapital empfunden, dessen Zinsen nie verloren gehen“, betonte er bei der Überreichung der Stiftungsurkunde.

Karnevalist aus Leidenschaft

Besonders die Jugendarbeit war ihm wichtig, deshalb unterstützte der Karnevalist aus Leidenschaft  die Tanzgruppen der Schlossgeister und auch die Jugendprinzengarde.

Mit großer Disziplin, die ihn auch schon als erfolgreichen Kaufmann mit Bürobeginn um 6 Uhr morgens auch nach einem langen Karnevalswochenende auszeichnete, ertrug Limberg die letzten Monate. Anfang des Jahres noch bekam er die Auszeichnung Freund- und Friedensritter bei den Schlossgeistern überreicht, die Laudatio hielt Altbischof Dr. Reinhard Lettmann.

4000 Orden

Er würdigte den tief gläubigen Menschenfreud als „karnevalsvernarrt im besten Sinne des Wortes“.  In 15 Gesellschaften wurde Limberg besonders ausgezeichnet, mehr als 4000 Orden schmücken die Wände in seinem Haus.  Wenige wissen, dass er auch in der münsterschen Obdachlosenbetreuung aktiv war.

Seine Betten stellte er armen Menschen genauso zur Verfügung, wie dem Papst bei dessen Besuch 1987 in Münster. Seit dieser Zeit trug Limberg den Spitznamen „Bettenpapst“.

Bescheiden, höflich und liebenswert

Trotz allem Engagement und  vieler Auszeichnungen ist Hermann Limberg, der schon in seiner Jugend Büttreden hielt,  immer ein bescheidener, höflicher und liebenswerter Mensch geblieben.

„Ihr ideeller und materieller Einsatz wird das Brauchtum Karneval stärken und weiteres Interesse daran wecken“, meinte der damalige Regierungsvizepräsident Alfred Wirtz bei der Stiftungsgründung. Genau so ist es gekommen. Jetzt trauern nicht nur Münsters Karnevalisten um ein Vorbild, das es in dieser Einzigartigkeit nicht mehr geben wird.
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