"Schland-o-Schland": Ein Lied geht um die Welt

MÜNSTER Christian Landgraf zählt vor, dann trällern seine Freunde los: Zur Melodie von Lenas Grand-Prix-Hit „Satellite“ schmettern die Studenten „Schland-o-Schland“. Es ist der WM-Hit, er kommt aus Münster – und er ist noch nicht mal eine Woche alt.

  • Uwu Lena im Schland-Rausch.

    Uwu Lena im Schland-Rausch. Foto: dpa

Als der 29-Jährige den Song anstimmt, filmen ihn zwei Fernsehkameras, Mikrofone zeichnen den Gesang auf, die Kameras klicken. Die münstersche Studenten-Combo Uwu Lena hat es mit ihrem Schland-Hit in nur wenigen Tagen zu deutschlandweitem Ruhm gebracht. Klar ist: Ohne das Internet wäre das nie passiert.

    
Rückblende: Heute vor genau einer Woche trommelt Videofilmer Moritz Schefers (25) ein paar Freunde in einem Park in Münster zusammen. Ein paar schwarz-rot-goldene Fahnen, eine Blumenkette und eine Vuvuzela – in nur einer Stunde drehen sie das Videomaterial zum Song. Wenige Tage zuvor hatten sie teils in Münster, teils in Kiel die Musik aufgenommen.

Internetgemeinde klickt und klickt

Schon am folgenden Morgen ist das Video fertig geschnitten und frisch eingestellt beim Videoportal Youtube. „Das Ganze war als Gag für unsere Freunde gedacht, es sollte nur professionell klingen und aussehen“, sagt Landgraf. Was dann passiert beschreibt er mit nur einem Wort: „Wahnsinn“.

Innerhalb weniger Stunden avanciert das Lied zum WM-Hit der Internetgemeinde. „Ein paar Blogger haben drüber geschrieben und den Link aufs Video immer weiter verbreitet“, berichtet Schefers. Per Twitter und Facebook macht das Lied die Runde. Freitagmittag haben 40 000 Nutzer sich das Video angeschaut, inzwischen sind es über eine Million.

Rechteprobleme

Mit der Bekanntheit kommt auch ein Problem: Als das Lied am Freitag die Runde macht, klingelt bei den Hobby-Musikern das Telefon, ein Anwalt droht mit einer Unterlassungsklage. „Das war schon ein sehr mulmiges Gefühl“, erinnert sich Landgraf. Schließlich hatten die Uwu-Lena-Jungs niemand gefragt, ob sie Lenas Melodie nutzen dürfen. Außerdem hatte sich Stefan Raabs Firma Brainpool schon vor Jahren die Nutzungsrechte am Wort „Schland“ gesichert.

Inzwischen sind diese Probleme gelöst, ein Plattenvertrag ist unterschrieben. Jetzt stehen Auftritte in Fernsehshows an, Radiostationen fragen im Minutentakt nach Interviews. Immer wieder muss Landgraf erzählen, wie ihm in der Nacht nach Lenas Sieg beim Grand Prix die Idee kam, ihren Ohrwurm mit der anstehenden Fußball-WM zu verknüpfen. Donnerstagabend treten Uwu Lena live in Münster auf, am Freitag kommt die Single. Sogar einen Manager haben die Jungs inzwischen.

Erstmals mit Musik Geld verdient

Musik machen die Uwu Lena-Mitglieder seit Jahren, aber Geld haben die Studenten damit noch nie verdient. Etwas ungläubig bestaunen sie nun den Riesen-Rummel, der um sie gemacht wird. Die gute Laune lassen sie sich davon allerdings auf keinen Fall verderben: „Wir sind froh, dass wir jetzt einfach wieder die WM feiern können“, sagt Landgraf. Und schon geht es wieder los: „Schland-o-Schland, wir sind von Dir begeistert...“
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Autor
Oliver Koch
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    15. Juni 2010, 17:59 Uhr
    Aktualisiert:
    24. Juni 2010, 12:40 Uhr