Neue Wohn-Formen: Gemeinsam leben im Haus Coerde

COERDE Eigentlich sollte sich das Haus Coerde schon seit Jahren in Privatbesitz befinden. Wollte die Stadt Münster die Immobilie anfangs für 2,1 Millionen Euro verkaufen, so soll das alte Herrenhaus jetzt für rund die Hälfte dieser Summe über die Theke gehen.

  • Das Haus Coerde ist eine denkmalgeschützte Hofanlage mit Herrenhaus und mehreren Wirtschaftsgebäuden.

    Das Haus Coerde ist eine denkmalgeschützte Hofanlage mit Herrenhaus und mehreren Wirtschaftsgebäuden. Foto: Inga Tawadrous

Nachdem es der Stadt nicht gelungen war, das Haus Coerde auf klassischem Wege an den Mann zu bringen, initiierte sie jetzt gemeinsam mit der Wohn- und Stadtbau das Projekt "Gemeinsam bauen in Münster".

Bis zum 30. September 2010 konnten sich Interessentengruppen für das Grundstück in Coerde mit ausgearbeiteten Nutzungskonzepten bewerben. Gleich drei Baugemeinschaften haben ein Auge auf das historische Gebäude-Ensemble an der Coermühle geworfen. Den Zuschlag bekam eine mehrköpfige Baugemeinschaft mit ihrem Konzept "erLeben".

Viele Kriterien

"Die Bewerbungs-Anforderungen waren sehr hoch", sagt Birgit Pohlmann, Koordinatorin des Projektes "Gemeinsam bauen", auf Anfrage unserer Zeitung. Nebst Kriterien, ob die eingereichten Konzepte tatsächlich realisierbar sind, habe auch die Frage nach der Finanzierung des Vorhabens eine wesentliche Rolle gespielt. "Ferner musste die Jury prüfen, ob die Projekte auch baurechtlich umgesetzt werden können", sagt Pohlmann. Ein Hotel - so der Vorschlag einer anderer Baugruppe - wäre demnach nicht umsetzbar.

    
Nach der langwierigen Bewerbungsphase beginnt für die ausgewählte Baugruppe, die noch nicht an die Öffentlichkeit gehen will, nun die Phase der Projektrealisierung. "Neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens" sollen laut einer Pressemitteilung der Stadt Münster entstehen.

Bis zu zehn Wohnungen

Konkret sollen bis zu zehn Wohnungen - mit einer Fläche von 60 bis hin zu 140 Quadratmetern - aber auch eine große Gemeinschaftsküche entstehen. "Es geht hier um verlässliche Nachbarschaft, um ein Gemeinschaftsgefühl", sagt Pohlmann. Außerdem - so die Überlegungen der Baugemeinschaft - soll sich das "neue Haus Coerde" auch nach außen öffnen. "Eventuell wird es eine Sommerwirtschaft geben." Die jetzigen Wohnungen sollen in das Konzept integriert werden, erläutert die Fachfrau.

"Endlich kommt hier wieder Leben rein", sagt eine Dame erfreut, die seit über 20 Jahren im Haus Coerde wohnt. Sie und ihr Mann werden sich nicht mehr "einsam fühlen". Und die Stadt wird ihr schwer zu vermarktendes Sorgenkind los.

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