Keine Berufung nach tödlichem Unfall: Geisterfahrer gibt nun doch seinen Führerschein ab

MÜNSTER Der Fall ist abgeschlossen, die Fragen bleiben: Der 70-jährige Geisterfahrer aus Dorsten, der ein Lehrer-Ehepaar aus Münster totgefahren hat, hat seine Verurteilung zu 21 Monaten Haft auf Bewährung nun doch akzeptiert. Vor dem Essener Landgericht nahm der Rentner seine Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil zurück.

  • Fast 14 Monate nach dem Unfall auf der Autobahn 52 hat der Geisterfahrer (70) jetzt Einsicht gezeigt. Er verzichtet auf Berufung und gibt seinen Führerschein ab.

    Fast 14 Monate nach dem Unfall auf der Autobahn 52 hat der Geisterfahrer (70) jetzt Einsicht gezeigt. Er verzichtet auf Berufung und gibt seinen Führerschein ab. Archivfoto: dpa

Kalt und unnahbar: So hatte sich der Geisterfahrer beim ersten Prozess vor dem Schöffengericht in Gelsenkirchen-Buer präsentiert. Das war im Oktober 2013. Der Mann fand kein Wort der Reue oder der Entschuldigung und machte im Prozess auch gar nicht erst den Versuch, ein paar warme Worte an den Sohn des verstorbenen Ehepaares zu richten.

Der 30-Jährige hatte den Horrorunfall damals als einziger überlebt. Besonders schrecklich: Der Student hatte mit ansehen müssen, wie sein Vater auf der Autobahn starb. Über seine Mutter hatten die Rettungssanitäter damals sofort ein weißes Tuch gelegt.

Rücksichtsloses Fahrverhalten

"Rücksichtslos" – so hatten die Richter das Fahrverhalten des Dorsteners damals bezeichnet. Und das ärgerte den 70-Jährigen offenbar so sehr, dass er das Urteil nicht akzeptieren wollte und Berufung einlegte.

Sein Verteidiger hatte schon beim ersten Prozess von einem "Augenblicksversagen" gesprochen. Und davon, dass der 70-Jährige sehr wohl charakterlich geeignet sei, weiter als Autofahrer am Straßenverkehr teilzunehmen. Und das wolle er auch. Freiwillig werde er den Führerschein deshalb auf keinen Fall abgegeben, hieß es damals.
    
Genau das hat der Dorstener nun aber doch getan. Er will seit dem Unfall auch gar nicht mehr selbst gefahren sein. Durch die Berufungsrücknahme ist das Urteil jetzt rechtskräftig. Warum der Senior am 30. Dezember 2012 in Gelsenkirchen-Hassel falsch auf die Autobahn 52 aufgefahren ist, obwohl er sich dort bestens auskannte,– das bleibt jedoch weiter rätselhaft.
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