Teure Instandsetzung: Prinzbrücke droht das Aus

HILTRUP Letztes Jahr hat das Wasser- und Schifffahrtsamt in Rheine die Bögen stabilisieren lassen, als Nächstes werden die Bogenfußpunkte saniert. Streng genommen ist auch die Fahrbahn undicht. Was ihre Instandhaltung angeht, liefert die Prinzbrücke Stoff für eine unendliche Geschichte.

  • Die Tage der Prinzbrücke scheinen gezählt.

    Die Tage der Prinzbrücke scheinen gezählt. Foto: Dominique Snjka

Die könnte bald aber doch enden: Die Politik fordert eine rasche Lösung – und tendiert zu einem Neubau.

Unterkante zu niedrig

Schon vor anderthalb Jahren stand ein Neubau zur Diskussion. Seit 2009 ist die baufällige Brücke für Fahrzeuge über 30 Tonnen Gewicht gesperrt. Hinzu kommt, dass die Unterkante des Bauwerks über den Kanal etwa einen Meter niedriger ist als es EU-Richtlinien vorschreiben: Zuweilen mussten schon Schiffe zurück nach Münster fahren, weil sie nicht unter der Prinzbrücke durchkamen. Alle drei Monate prüfen Statiker vom Wasser- und Schifffahrtsamt ihre Stabilität. Weil die zu Wünschen übrig lässt, ist das Brückenfest bereits gestrichen.

Bei den letzten Untersuchungen hat sich herausgestellt, das die Konstruktion schneller verfällt als gedacht. „Wir hätten nicht geglaubt, dass es so schnell geht – aber der Erhaltungszustand erweist sich als problematisch“, sagte Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt bei der Sitzung der Hiltruper Bezirksvertretung am Donnerstag. Und hofft auf eine rasche Lösung: „Es ist dringend nötig, dass wir da weiterkommen.“

Betriebssicher halten

Roswitha Kaps, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, rief den Bezirksvertretern ins Gedächtnis, dass erste Überlegungen über die Zukunft der Brücke nunmehr 15 Jahre zurückliegen. So viel Zeit soll nicht erneut verstreichen. In den nächsten beiden Jahren werden rund 100 000 Euro in die Brücke gesteckt, um sie betriebssicher zu halten.
    
Voraussichtlich im März legt das Wasser- und Schifffahrtsamt der Stadt Münster Vorschläge zu Sanierung und Neubau auf den Tisch.Wird die Brücke nicht erneuert, würde der Verkehr über die benachbarte Brücke geleitet. Dazu müssten dort zusätzliche Auffahrten angebracht werden. Wahrscheinlicher ist derzeit ein Neubau. Der würde einen Meter höher liegen als das jetzige Bauwerk und eine Anhebung der Abfahrtsrampen erfordern – mit Auswirkungen auf die umliegenden Grundstücke. In diesem Fall muss es ein Planfeststellungsverfahren mit Bürgerbeteiligung geben.

„Jetzt drückt nicht nur der Bahnhof"

Große Zustimmung bei den Bezirksvertretern – allen voran Roswitha Kaps, die Beteiligung auch wegen ästhetischen Gestaltungspunkten wünscht. „Jetzt drückt nicht nur der Bahnhof, sondern auch die Brücke“, sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Ulrich Eckervogt und forderte ein Gesamtkonzept für Bahnhofsumfeld samt Brücke. 
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Autor
Dominique Snjka
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. Februar 2011, 18:55 Uhr
    Aktualisiert:
    4. Februar 2011, 19:22 Uhr