CASTROP-RAUXEL Der Job ist futsch, das Geld geht aus. Der Vater gleitet in die Demenz, die Beziehung zu Frau und Kindern verunfallt zum Trauerspiel. Dem Mann ohne Namen steht das Wasser bis zum Hals. mehr...
HAGEN Wären die Zeiten nicht so schwierig gewesen, Harry Frommermann wäre wohl alleine sitzen geblieben auf seinem Traum von der a-cappella-Gruppe, die so klingen sollte wie die "Revelers" in Amerika. mehr...
MÜNSTER Zwei Arme, in die Höhe gereckt wie Schwanenhälse, die sich aneinander schmiegen: Mehr sieht man nicht, wenn der Saxofonist und seine unbekannte Schöne nach feuriger Liebesnacht aufwachen. So beginnt das Stück „Die Geschichte von den Pandabären“ des rumänischen Autors Matéï Visniec, das am Samstag im Kleinen Bühnenboden seine Premiere feierte. mehr...
ESSEN In Max Frischs "Graf Öderland" geht es um eine anarchistische Rebellion. Das Aufbegehren ist zwar verständlich, doch zum Ziel Freiheit / Selbstverwirklichung führt es nicht. Die finstere Parabel feierte am Wochenende Premiere im Grillo Theater. mehr...
DORTMUND Mit einem Mädchen anzubändeln ist für Jugendliche manchmal so schwer, wie einen Eisberg zum Schmelzen zu bringen. F.K. Waechter macht mit seiner Geschichte von der Eisprinzessin Mut, es trotzdem zu probieren. mehr...
DUISBURG Auf geht's zu einer Traumreise in eine exotische Welt: Die Rheinoper hat weder Kosten noch Mühen gescheut, um Igor Strawinskys Oper "Die Nachtigall" fürs junge Publikum ganz opulent herauszubringen. mehr...
MÜNSTER Meinhard Zanger blickt begeistert zu einem gewaltigen, vorsintflutlichen Kran an Münsters Hafen empor: „Der muss bleiben, den können wir in unsere Inszenierungen einbauen“, sagt er. Der Intendant des Wolfgang Borchert Theaters will hoch hinaus. Und vor allem will er umziehen. Dafür stehen die Chancen jetzt sehr gut. mehr...
MÜNSTER In der Operette „Die Banditen“ steckt Zündstoff. Komponist Jacques Offenbach übt rigoros Kapitalkritik. Mit beißender Satire. Er heizt korrupten Machthabern, gesinnungslosen Bankern und Spießbürgern ordentlich ein. 150 Jahre alt, passt das formidabel zur aktuellen „Schuldenkrise“. Bahn frei für ein Feuerwerk! Doch die Premiere an den Städtischen Bühnen Münster blieb lauwarm. Das Regieteam erntete am Sonntag nur freundlichen Applaus, gespickt mit deutlichen Buhrufen. mehr...
KÖLN Vor gut einem Jahr waren die überdrehten Inszenierungen von Herbert Fritsch noch ein Theater-Geheimtipp. Nachdem er 2011 gleich mit zwei Arbeiten zum Berliner Theatertreffen geladen war, reißen sich die großen Bühnen um ihn. mehr...
KÖLN Auf gerade einmal 15 Seiten verknüpft Heinrich von Kleist in seiner Novelle "Das Erdbeben von Chili" nicht nur die tragische Geschichte einer verbotenen Liebe mit einem Bericht von der furchtbaren Naturkatastrophe, die im Jahr 1647 etwa ein Drittel der Bevölkerung von St. Jago die Chili getötet hat. mehr...
ESSEN Mozart, Songs der Rolling Stones aus den 1960er Jahren und Neue Musik aus Island und den USA: Schon die Musikauswahl gibt Hinweise auf die stilistische Bandbreite des neuen, dreiteiligen Tanzabends "Zeitblicke" des Aalto Balletts. mehr...
ESSEN Auf der Psychiater-Couch in der Casa: Eine Gute-Laune-Therapie bescherten dem Publikum "Holger, Hanna und der ganze kranke Rest". Die deutsche Erstaufführung von Jan Demuths humorvoll-ironischem Stück über das Gefühlschaos in der Pubertät und verständnisvolle Eltern feierte am Wochenende Premiere in der kleinen Spielstätte des Essener Grillo Theaters. mehr...
DÜSSELDORF Nurkan Erpulat erntete für die Ruhrtriennale-Produktion "Verrücktes Blut" viel Lob, nun hat er als neuer Hausregisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus David Gieselmanns "Herr Kolpert" inszeniert. Aber die schwarze Komödie über die Abgründe hinter der bürgerlichen Fassade ist ihm recht langatmig geraten. mehr...
BOCHUM Nebel wabert in die Zuschauerreihen. Voll steht der Mond am Bühnenhimmel. Der erste Blick zeigt: Hier geht es um große Gefühle. Die Sehnsucht nach der Ferne und das Heimweh haben durch alle Zeiten Stoff genug geboten für Dichter und Sänger. Stoff genug für Thomas Anzenhofer, der mit "Heimat ist keine Lösung" in den Bochumer Kammerspielen zu einer musikalischen Expedition in die Ferne einlädt. mehr...
DORTMUND Was machen sie und wann? Wer liebt wen? Warum ist egal. Solche Schlüsselloch-Fragen interessieren Menschen, die anderen beim Privatleben zuschauen. Sei es im Big Brother-Container oder im Dschungelcamp. Und sie interessierten Mozart, der die These aufgestellt hat: "So machen es alle Frauen" - "Cosi fan tutte". mehr...
RECKLINGHAUSEN Die 66. Auflage der Ruhrfestspiele wendet ihren Blick gen Russland. "Im Osten was Neues: Von den fernen Tagen des russischen Theaters in die Zukunft" ist Motto des Festivals vom 1. Mai bis 16. Juni. In den 80 Produktionen stehen russische Autoren im Mittelpunkt. mehr...
DÜSSELDORF Trist und karg ist die Bühne, knapp die Stummelsätze - doch dem Mimen-Quartett gelingt es, im Düsseldorfer Schauspielhaus 100 Minuten lang eine beklemmend-düstere Atmosphäre zu schaffen: Die Koproduktion mit den Berliner Festspielen "Tage unter" von Arne Lygre feierte nach der Berliner deutschsprachigen Erstaufführung im Dezember jetzt Premiere in der Rheinstadt. mehr...
OBERHAUSEN Die goldenen Jahre der Operette schicken sich nicht an, ans Theater Oberhausen zurückzukehren. Das dort am Freitagabend als "proletarische Operette für das 21. Jahrhundert" uraufgeführte Stück "Schöne Tage" erweist sich vielmehr als trashige Endzeit-Vision, bei der sich neun Schauspieler und zwei Musiker im Ghetto einer eingezäunten Müllkippe auf vulgärste Weise artikulieren. - Mehr als nur andeutungsweise niedere Instinkte ausleben und zwischenzeitlich psychedelische Popsongs zum Besten geben. "Operette" ist da reiner Etikettenschwindel. mehr...
GELSENKIRCHEN Großstadt-Triptychon: so heißt ein brisanter Abend im Großen Haus des Musiktheaters im Revier, der drei Operneinakter vorstellt, die in den zwan-ziger Jahren zwischen 1927 und 29 entstanden sind. In einer Krisenzeit, die der heutigen bedrohlich ähnelt. mehr...
MÜNSTER In der griechischen Mythologie geht es nicht zimperlich zu. Am schlimmsten treibt es wohl Medea, die ihre eigenen Kinder umbringt, um sich an ihrem treulosen Gatten Jason zu rächen. Modernes Regietheater inszeniert diese Tat gerne als Schlachthaus. Nicht so das Junge Theater Cactus. mehr...
HAGEN Fast wäre nichts aus dem Kult um das Monster Rocky, den außerirdischen Transvestiten Frank'n'Furter und sein schrilles Horrorschloss geworden. Als Richard O'Brian und Jim Sharman 1975 ihr Musical "The Rocky Horror Show" nach knapp zwei erfolgreichen Bühnen-Jahren ins Kino brachten, da wollte es kaum jemand sehen. Erst im zweiten Anlauf gab es den Leinwanderfolg und den zündenden Funken zum Fan-Ritual. mehr...