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Hof/Saale (dpa) Die Internationalen Hofer Filmtage gelten als das Entdeckerfestival schlechthin. «Unsere Aufgabe war es von Anfang an, junge Talente zu zeigen», betonte Filmtage-Chef Heinz Badewitz.
Seit März hat er mehr als 2000 Kurz-, Mittel- und Langfilme gesichtet und «handverlesen». Allein 28 deutsche Spielfilme erleben bei den 43. Internationalen Filmtagen von 27. Oktober bis 1. November in der bayerischen Stadt ihre Premiere. Badewitz: «Wir brauchen keine bekannten Namen mehr, wir wollen unbekannte Regisseure bekanntmachen.»
Eines der hoffnungsvollen Talente ist Marc Rensing. Mit dessen Spielfilm-Debüt «Parkour» werden die Filmtage an diesem Dienstag eröffnet. Zentrales Thema ist die zerstörerische Kraft der Eifersucht. «Ein toller Film», verspricht Badewitz. Rensing hat in Hof 2001 und 2004 bereits seine beiden Kurzfilme «Willkommen in Walhalla» und «Alles in Ordnung» präsentiert.
Gespannt wartet die Branche auch auf die ersten Spielfilme einer Reihe weiterer junger Filmemacher. «Es fällt schwer, Namen herauszuheben», erklärt der Gründer und Leiter des Festivals. In einem Willkommensgruß auf der Homepage nennt Badewitz dennoch Frieder Wittich mit «13 Semester», Ludwig Glaser und Jan-Christoph Carsten mit »66/67», Michael Drehers «Die zwei Leben des Daniel Shore» sowie Antje Kruska und Judith Keil mit dem Streifen «Wenn die Welt uns gehört». «In diesen Filmen wird deutlich, dass die jungen Regisseur/Innen viel realistischer geworden sind und sich mit Themen auseinandersetzen, die, wie schon Sam Fuller sagte, "um die nächste Hausecke passieren"».
In diese Kategorie gehören auch «Waffenstillstand» von Lancelot von Naso, «Was Du nicht siehst» von Wolfgang Fischer, «Zarte Parasiten» von Christian Becker und Oliver Schwabe, sowie Andreas Arnstedts «Die Entbehrlichen». Arnstedt zeichnet in seinem Film das Porträt einer der vielen chancenlosen Familien, die sich aufgrund der sozialen Probleme dramatisch verändert.
Ganz ohne bekannte Namen kommen aber auch die Hofer Filmtage nicht aus. Stammgast Rosa von Praunheim, der im vergangenen Jahr mit dem Filmpreis der Stadt Hof ausgezeichnet wurde, zeigt seinen neuen Film «Rosas Höllenfahrt». Der Streifen kommt bundesweit am 5. November in die Kinos. Badewitz: «Ein wunderbarer Film über die Frage, ob er nach seinem Tod in den Himmel oder die Hölle kommt.» Alexander Kluge zeichnet gemeinsam mit dem langjährigen «Spiegel»-Chefredakteur Stefan Aust in «Der Deutschlandkomplex» einen Teil der Nachkriegsgeschichte nach.
Ein Schwerpunkt des Festivals liegt in diesem Jahr auf Frankreich. So werden Jérôme Bonnell, Valérie Donzelli, Jean Achache und Frédéric Mermoud ihre Filme persönlich vorstellen. Zu den besonderen Filmen gehört die Deutschlandpremiere von «Ajami», der ersten Gemeinschaftsproduktion eines palästinensischen und eines jüdischen Regisseurs. Scandar Copti und Yaron Shani tauchen ein in den ethnischen Schmelztiegel eines Vorortes von Tel Aviv. Sie erzählen von einem Leben zwischen Drogenhändlern, organisierten Gangs, korrupten Polizisten, Blutrache und Gewalt, heimlicher Liebe und feindseligen Nachbarn.
Die Retrospektive ist in diesem Jahr dem Schauspieler und Filmemacher Lou Castel gewidmet. Castel arbeitete unter anderem mit Rainer Werner Fassbinder oder Damiano Damiani zusammen.

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