MÜNSTER Intensiver und härter als der 1. FC Gievenbeck hat sich in der Westfalenliga wohl kaum ein Team auf die Restsaison vorbereitet. Trotzdem durchkreuzten zahlreiche Blessuren und Unwägbarkeiten manchen Plan. Das war beim 1:1 (0:0) gegen den SV Lippstadt auch nicht zu kaschieren. Doch der Punkt geht zweifelsfrei als Erfolg durch.Von Thomas Rellmann
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Patrick Westphal überzeugte als Innenverteidiger und auch später als Sechser. (Foto: Ueberfeld)
Eine halbe Stunde benötigten die Hausherren, um in diesem Spiel anzukommen. Bis dahin fehlte im Passspiel jegliche Präzision, das Zweikampfverhalten war mit umständlich noch geschönt umschrieben. Irgendwie lief der Motor des Aufsteigers noch nicht rund. Gerade die Außenbahnen waren weitgehend lahm gelegt.
Maier mit einem unnötigen Heber
Die Gäste wirkten zwar abgeklärter, hatten jedoch in ihren Offensivbemühungen nicht die nötige Ruhe. Etwa als Viktor Maier sich gegen David Rademaker durchsetzte, es trotz freier Bahn und Überzahl aber mit einem Heber aus 35 Metern versuchte (18.). Zu solchen Szenen kam der FCG allerdings anfangs erst gar nicht.
Dann tauschten Innenverteidiger Patrick Westphal und Sechser Niklas Bonnekessel wie schon öfter praktiziert die Rollen. Entscheidender war aber, dass die Offensivkräfte nun ins Spiel fanden. Michael Fromme zielte knapp drüber (31.), ehe Christian Keil für ein paar Minuten den Turbo einlegte. Erst scheiterte er nach einem Strafraumsolo an Keeper Holger Peterhanwar (42.), dann bediente er nach einem weiteren Alleingang Fabian Leifken, der das Leder aber aus Kurzdistanz an den Pfosten setzt (45.).
Paukenschlag zu Beginn der zweiten Hälfte
Die zweite Hälfte begann dann mit einem Paukenschlag. Einem völlig überflüssigen aus Gievenbecker Sicht. Denn nach einem eigenen Freistoß in Höhe der gegnerischen Eckfahne fuhr plötzlich der SVL einen Konter, bei dem die Absicherung der Gastgeber nur aus zwei Akteuren bestand, zumal der Rest nicht schnell genug umschaltete. Also lief Hendrik Eickel los, spielte quer auf Maier, der bediente Stephan Engeln, der zum 1:0 einschob (50.).
Es brauchte eine Weile, ehe sich der frischgebackene Stadtmeister von dem Schock erholte. So richtig frisch war nicht jeder. Mit Niklas Bonnekessel, Patrick Westphal und Jens Könemann gingen drei Leistungsträger angeschlagen ins Rennen, weitere wie Jan Kreuzheck oder Nils Steinkamp saßen draußen. Und die Viererkette in dieser Formation gab’s noch nie.
Keil erzielt den Ausgleich
Doch dann hatte Fromme einen wachen Moment, holte sich an der Torauslinie im Nachsetzen die Kugel, flankte weich nach innen, wo Keil per Kopf ausgleichen konnte (69.). Verdient oder nicht – es war das Signal für Gievenbeck die Partie an sich zu reißen.
Frommes Querpass verpasste Keil um Zentimeter (82.), Jens Könemann zielte aus dem Lauf drüber (85.). Die letzten Minuten waren bestimmt vom steten Hin und Her, über Standards versuchten beide Teams noch an den Maximalertrag zu kommen. Das, was bis daher an Spannung fehlte, gab’s nun in geballter Form. Doch es blieb beim leistungsgerechten Remis.
FCG: Schulze Marmeling - Rademaker (52. Steinkamp), Heinrich, Westphal, Pieroth - Heubrock, Bonnekessel - Keil, J. Könemann (90. H. Könemann), Fromme - Leifken (78. Daldrup)
Tore: 0:1 Engeln (50.), 1:1 Keil (69.)