MÜNSTER Abgeklärt und im Stile einer Klassemannschaft hat die Reserve des SC Preußen Münster das Westfalenliga-Derby für sich entschieden. Mit 2:0 (2:0) gewann das Team von Trainer Arne Barez beim 1. FC Gievenbeck. Und das völlig verdient.Von Henner Henning
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Philipp Daldrup (r.) traf erneut für den FCG. (Foto: Witte)
Im Gievenbecker Sportpark drückten die Preußen vom Start weg gehörig auf das Gaspedal. Mit den gestandenen Regionalliga-Leihgaben Manuel Lenz, Jürgen Duah – der Rechtsverteidiger war in der Ersten gelbgesperrt – und Jonathan Bourgault dominierte der neue Tabellenvierte das Geschehen auf dem Rasen. Bereits nach sechs Minuten hatte Stürmer Michael Seifert nach einer Hereingabe von Rico Schmider die Führung auf dem Fuß. Doch Gievenbecks Ex-Preuße im Tor, Kieran Schulze-Marmeling, ging als Sieger aus der Eins-Gegen-Eins-Situation hervor.
Bensmann trifft
Weiter rannte die Barez-Elf an, Gievenbeck hatte Mühe, sich zu befreien. Zwar verfehlten Tino Möllering (11.) und Marco Bensmann (17.) ihr Ziel, doch fünf Minuten später fiel die fällige Führung. Bourgault setzte mit einem feinen Außenristpass Bensmann in Szene, der den Ball in Richtung Tor bugsierte. FCG-Verteidiger Jan Kreuzheck versuchte noch, das Spielgerät vor der Linie zu klären, erwischte den Ball aber wohl erst dahinter. Eine Szene, die die Gievenbecker Gemüter erhitzte.
Hektische Minuten
In den Minuten nach dem ersten Treffer kam im Stadtduell Hektik auf. Viele kleine Nickligkeiten auf beiden Seiten, verbaler Austausch von Nettigkeiten – nun ging es richtig rund. Nils Steinkamp und Sebastian Heinrich sahen binnen 120 Sekunden die Gelbe Karte, Co-Trainer Henning Timpe musste hinter die Bande. Mitten in die aufgeladene Atmosphäre schnupperte der FCG am Ausgleich. Einen Bock von Preußens Innenverteidiger Julian Westermann brachte Niklas Bonnekessel in beste Schussposition. Doch Lenz wehrte den Versuch des Gievenbecker Kapitäns ab (31.). Es war die einzige dicke Chance des Aufsteigers in den 90 Minuten.
Besser machte es auf der Gegenseite Möllering. Seifert erkämpfte sich den Ball von Heinrich, leitete ihn schnell zu Möllering, der zum 2:0 einschob (35.). Noch vor dem Wechsel hätte es beinahe ein weiteres Mal im Gehäuse der Gievenbecker eingeschlagen, doch Seifert scheiterte erneut an Schulze-Marmeling.
Gelb für Schwalbe
Durchgang zwei begann mit einem weiteren Aufreger. Philipp Daldrup ging im Strafraum zu Boden, Schiedsrichter Holger Derbort pfiff und gab dem FCG-Stürmer Gelb wegen einer Schwalbe. „Ein klarer Elfmeter“, so Gievenbecks Trainer Maik Weßels, dessen Team nun das Geschehen bestimmte, ohne dabei zwingend zu werden. Der SCP verwaltete den Vorsprung, das Spiel plätscherte vor sich hin – bis zum letzten Tumult. Roman Pieroth stoppte Seifert rüde, verhinderte eine große Chance (75.). Gelb für den Linksverteidiger war der verdiente Lohn. So wie für die Preußen der Sieg.
- FCG: Schulze-Marmeling - Steinkamp (82. Dirksen), Heinrich (82. Leifken), Kreuzheck, Pieroth (79. H. Könemann) - Bonnekessel, Westphal - Heubrock, J. Könemann, Fromme - Daldrup
- Preußen II: Lenz - Duah, Westermann, Mümken, Nas - Schmider (65. Achenbach) - Koopmann, Bourgault, Möllering, Bensmann (57. Dieckmann) - Seifert (79. Kilabaz)
- Tore: 0:1 Bensmann (22.), 0:2 Möllering (35.)