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NEUENKIRCHEN Bei diesen eisigen Temperaturen macht Fußballgucken wenig Spaß. Wenn dann auch noch auf dem Platz - wie gestern beim Spiel SuS gegen Lippstadt - wenig Erwärmendes geboten wird, weil sich beide Mannschaften über weite Strecken neutralisieren, ist es für die Fans um so härter. Doch letztlich hatte Nail Kaplan ein Einsehen.
Es lief die 85. Minute in dieser Westfalenliga-Partie. Eine der wenigen Kombinationen, die den Gastgebern am Sonntag gelangen: Der eingewechselte Maik Osterhaus trieb den Ball in die Lippstädter Hälfte. Spät aber nicht zu spät bediente er Thorsten Schmidt mit einem guten Diagonalpass.
Schwache Offensivreihen
Schmidt flankte in den Gäste-Sechzehner. Der ebenfalls eingewechselte Christian Bußmann kam ans Leder, legte es sich etwas weit vor. 08-Keeper Peterhanwahr stürzte aus seinem Kasten, warf sich auf den Ball. Bußmann stocherte das Leder unter dem Keeper hindurch zu Nail Kap-lan, der es aus acht Metern zum - für den SuS - erlösenden 1:0 ins Tor schob.
Es war die Szene des Spiels. Eines, was die Offensivaktionen beider Teams betrifft, sehr schwachen Westfalenliga-Spiels. Das am Ende etwas glückliche 1:0 hatte sich der SuS dadurch ein wenig verdient, weil die Gastgeber in der ersten Hälfte die aktivere Mannschaft waren, sich - auch in der zweiten Hälfte - stets bemühten. Allerdings selten über das blanke Bemühen hinaus kamen. So gab es Fehlpässe zuhauf - auf beiden Seiten. Den gut 250 Fans im Eisschrank Waldstadion wurde wenig Aufregendes geboten. In der 16. Minute mal, als Rafael Figueiredo nach einem Solo im Lippstädter Strafraum zu Fall kam. Aber der Schiri winkte gleich: "Weiterspielen." Einen eisigen Hauch Torgefahr versprühte "Figu" nochmals, als sein Volley (31.) abgeblockt wurde.
Erste echte SuS-Chance
Da hatte Lippstadt in der ersten Hälfte gar mehr zu bieten. Bortolozzo (35.) verzog aus zehn Metern, Yildiz (37.) aus der Drehung und Kuhn (43.) zwang mit einem aufs Tor gezirkelten Eckball Tim Klingbeil zur Glanztat. 0:0 zur Pause, die Bratwurst sorgte wenigstens für etwas innere Wärme. In der 50. Minute gar die erste echte SuS-Chance, wenn auch ungewollt. Der Schulz-Freistoß wurde lang und länger, doch Peterhanwahr lenkte den Ball noch über die Latte. Auf der Gegenseite sorgte SuS-Innenverteidiger Nico Haverkamp für die größte Gefahr - als er eine Schröder-Flanke knapp über den eigenen Kasten grätschte (65.).
Mit der Einwechslung von Bußmann (62.) und Osterhaus (73.) kam etwas mehr Leben ins SuS-Spiel. Figueiredo (77.) vergab die bis dahin größte SuS-Chance, als er eine Müller-Flanke knapp über das Tor köpfte. So war es letztlich Kaplan (85.), der die Fans im Eisschrank auftaute und über einen glücklichen SuS-Sieg jubeln ließ.