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Opels langer Weg
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EMSDETTEN Nach der ordentlichen Leistung - trotz der 0:2-Niederlage vor Wochenfrist in Neuenkirchen waren große Hoffnungen im Lager von Emsdetten 05 auf das Heimspiel gegen SuS Stadtlohn gerichtet. Und dann solch eine Gesamtleistung, bestraft mit einer ganz bitteren, aber verdienten 1:6-Niederlage.
Jannis Schneider klärte auf der Linie. (Foto: Archiv)
Die Partie war im Grunde nach 14 Minuten schon verloren. Der Zeiger hatte noch keine zwei Umdrehungen geschafft, da führte der Gast. Nach einer Flanke köpfte Franzecso Catanzaro den Ball zentral vor den Strafraum, André Hippers spurtete locker an Stefan Bettmer vorbei und traf zur frühen Gästeführung. Nach 14 Minuten das 2:0 für den SuS: Der völlig überforderte Christian Krabbe spielte einen Rückpass auf Keeper Nico Menebröcker. Der 05-Keeper hätte "löschen" müssen, wollte aber spielen. SuS-Torjäger Krüchting kam den Keeper auf die Schliche, hielt den Socken dazwischen, die Kugel trudelte in die leere 05-Kiste. Und als in der 20 Minute das 0:3 fiel, da wirkte es fast schon peinlich: Eine Flanke von der rechten Bahn verlängerte Hilgemann in der Zentrale, am zweiten Pfosten stand Mario Beeke ganz allein und bedankte sich für diese unglaublichen Freiheiten mit einer Kopfball-Bogenlampe.
Und die 05er: Ein schönes Solo von Dustin Wolters wurde von den Gästen im Strafraum gestoppt, Isuf Asllani und Erhan Toylular lieferten durchaus ordentliche Ansätze, doch der 05-Offensive fehlte jede Unterstützung.
05 spielte ohne Abwehr
Weil das Mittelfeld nie die erhoffte Ordnung fand, und weil eine Viererkette auf dem Platz stand, die einfach die Bezeichnung Abwehr nie verdiente. Stadtlohn hätte locker weitere Treffer erzielen können: Niklas Hilgemann verfehlte die 05-Kiste nur um Zentimeter, Jannis Schneider klärte nach Schuss von Klein Günnewick per Kopf auf der Linie. Die Gäste marschierten mühelos durch die 05-Defensive, wie im Training. Da war einfach keine Gegenwehr, da fand kaum ein Spieler Bindung zu seinem Gegner.
Dann ein kurzer Hoffnungsschimmer: Nach einem Pass in die Spitze hatte Isuf Asllani freie Bahn, und der 05-Stürmer ließ Gästekeeper Christoph Fork keine Chance. "Jetzt noch einen Treffer vor der Pause", rochen einige 05-Fans die neue Chance...
Es fiel auch noch ein Treffer, aber auf der anderen Seite. Vier Minuten vor der Pause wurde Stefan Bettmer im Strafraum von Krüchting locker ausgetanzt, der Ball sauste vor der Kiste her, von der anderen Seite spielte Klein Günnewick zurück in die Mitte, dort stand jetzt Hilgemann blank und schob die Kugel in die Maschen. Das Spiel war entschieden.
Stadtlohn wie im Training
Und zwei Minuten nach dem Wechsel wurden die Gäste zu ihrem 5. Treffer eingeladen. Nach einem langen Pass in die Spitze fehlte die Abstimmung zwischen Catanzaro und Keeper Menebröcker, Krüchting bedankte sich für die Unentschlossenheit und traf per Lupfer zum 5:1. Nur wenige Sekunden später stand Hilgemann frei vor Nico Menebröcker, doch hier wehrte der 05-Keeper sensationell ab. Und später hielt Menebröcker auch einen Freistoß von Kai Erning klasse.
Dennoch - das Spiel war jetzt offener, es war langweilig. Die Bemühungen bei 05 waren erkennbar, doch die Mannschaft wirkt völlig tot. Da brüllt sich niemand an, da zeigen die meisten Akteure eine Körperhaltung, als würde sie nur auf eines warten: Auf den Schlusspfiff.
Isuf Asllani prüfte Gästekeeper Fork mit einem strammem Linksschuss, mit Mühe gehalten. Und bei der Flanke des eingewechselten Maximilian Mendrina wehrte Ernig im Strafraum mit der Hand ab. Hat der Referee nicht gesehen - auch egal.
In der 77. Minute setzte der Gast noch einen drauf: Wieder ein langer Pass, jetzt der Patzer von Catanzaro. Niklas Hilgemann nimmt die Einladung dankend an und erzielt seinen zweiten Treffer.
Die Stadtlohner werden sich auf dem Heimweg immer wieder die Frage gestellt habe, wie es sein kann, dass man in der Westfalenliga so leicht und locker ein Spiel gewinnen kann.