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Szene aus dem Hinspiel: Ulrich Kockmann (vorne) verlor damals mit dem TuS Hiltrup gegen die Preußen mit Rico Schmider trotz einer guten Leistung mit 0:2. (Foto Tronquet)
So eklatant die Vorzeichen jedoch auch waren. Die 250 Derby-Besucher in Coerde sahen keine einseitige Partie, sondern ein ausgeglichenes Duell, das dennoch den erwarteten Gewinner fand. Die SCP-Reserve gewann mit 2:0 (1:0) und stabilisierte zumindest ihre Resultate. Von einer homogenen Einheit ist das Team aber noch weit entfernt. Die stellte eher der TuS.
Elf Spieler fehlen
Der begann etwa mit dem früheren Preußen-Jugendspieler Jan Kniesel, Jahrgang 1993, und ohne satte elf Akteure. Dennoch wären die Hiltruper beinahe in Führung gegangen. Diogo Castro hatte per Distanzschuss (7.) die erste Chance. Dann scheiterten binnen 15 Sekunden Gunvald Herdin, Castro und Jannik Homann (14.) an einem Abwehrbein oder Keeper Max Schulze Niehues. Mutig wirkte der zuletzt so desolate Neuling jetzt, während die Hausherren beinahe in Lethargie verfielen. Einzig Julian Loose setzte Akzente. Die Leihgabe aus der Ersten probierte es früh per Freistoß (2.) und hinterher aus spitzem Winkel (20.), Lennart Lüke parierte aber jeweils.
Machtlos war der Keeper nach einem üblen Fehlpass seines Kapitäns Patrick Günner, der Loose die Kugel unbedrängt von der Seitenlinie in die Beine spielte. Der blieb zwar erst an Daniel Ziegner hängen, legte den Abpraller aber quer auf Cihan Bolat, der mühelos zum 1:0 (24.) traf. Der TuS verlor nun etwas an Euphorie, die Preußen taten nur noch das Nötigste. Das hätten Ulrich Kockmann per Kopf (44.) und Castro (45.) kurz vor dem Wechsel beinahe bestraft, Schulze Niehues war jedoch beide Male auf dem Posten und klärte.
Loose legt nochmal vor
Die zweite Hälfte begann der Außenseiter dann weitaus verhaltener, während die Preußen schnell für klare Verhältnisse sorgten. Loose, der Christoph Lübke mit seiner Sprintstärke Sorgenfalten en masse bereitete, marschierte ohne Störung die rechte Bahn entlang, spielte schulbuchmäßig in den Abwehrrücken, wo Pascal Koopmann entschlossen eindrückte (55.). Damit war das Geschehen schon weitgehend abgerundet. Bolat hätte fast das dritte Tor folgen lassen, traf aber nur den Pfosten (67.).
Gefährdet war der Erfolg nun kaum mehr. Der nie aufsteckende Kockmann bemühte sich, das Ruder noch herumzureißen. Sein Pass auf Homann führte auch zur einzigen dicken Chance der zweiten Hälfte, doch der Youngster vergab überhastet (72.). Dabei hätte der Underdog durchaus Zählbares verdient gehabt.
In die Pflicht nehmen
SCP-Trainer Arne Barez sagte nach dem Spiel: „In der ersten Halbzeit haben wir gnadenlos an das Rheine-Spiel angeknüpft. Mag sein, dass wir individuell besser sein können als Hiltrup. Gesehen habe ich das nicht. Wichtiger ist aber auch, dass wir Bereitschaft da reinbekommen. Die Jungs müssen endlich sprechen, sich in die Pflicht nehmen. Daran mangelt’s, diese Bereiche sind teilweise katastrophal. Um es ins Positive zu führen: Nach der Pause wurde es besser. Für einige ist das eine gute Schule. Rico Schmider und Pascal Koopmann lernen früh Verantwortung.“
Und TuS-Trainer Andree Kruphölter äußerte sich wie folgt: „Ich habe ein ausgeglichenes Spiel gesehen. Vorne machen wir die Dinger aus eineinhalb Metern nicht, hinten sprechen wir Einladungen aus. Das 0:1 war natürlich ein Knackpunkt. Und vor dem 0:2 sehe ich auch einen Katastrophenfehler. Aber uns sitzt der Teufel im Moment eben im Nacken. Kein Vorwurf an die Mannschaft, aber leider spricht das Ergbenis wieder gegen uns. So ordentlich die Leistung auch war. Ich kann nur hoffen, dass so langsam wieder die ganzen Verletzten zurückkehren.“
SCP: Schulze Niehues - Blesz, Riemer, Quabeck, Heise - Achenbach - Loose, Koopmann (86. Kaldewey), Schmider, Stenzel (60. Nebi) - Bolat (73. Seifert)
TuS: Lüke - Gorzon, Günner, Ziegner, Lübke - Kockmann, Kleine-Wilke - Homann, Castro (61. Paton), Kniesel - Herdin
Tore: 0:1 Bolat (24.), 0:2 Koopmann (55.)