Hintergründe
Opels langer Weg
Aktuelle Entwicklungen beim Großkonzern und dem Bochumer Werk. mehr...
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EMSDETTEN "Ich gehe jetzt sofort nach Hause", sagte ein treuer 05-Fan am Sonntag nach 84 Minuten sehr enttäuscht. Gerade hatte Fichte Bielefeld im "Duell zweier Westfalenliga-Absteiger" das 2:0 erzielt, die Messe schien endgültig gelesen.
Isuf Asllani (r) war mit einem luperneinen Hattrick innerhalb von sechs Minuten der "Vater des 05-Heimsieges". (Foto: Bernd Oberheim)
Der Fan war nicht mal am Auto, da verkürzte Isuf Asllani auf 1:2. Fichte hatte die linke Bahn offen gelassen, der eingewechselte Dustin Wolters nutzte gut den Raum, spielte flach in die Mitte, dort stand der 05-Torjäger goldrichtig.
Zwei Minuten später: Isuf Asllani wird zehn Meter vor dem Tor angespielt, da zieht ihn Abwehrspieler Tobias Kutz "dumm" am Dress. Direkt zeigt Referee Markus Echelmeyer auf den Elfmeterpunkt. Kurze Diskussion zwischen Isuf Asllani und Erhan Toylular, wer jetzt denn wohl schießen soll? Isuf Asllani - schließlich hat er gerade zum 1:2-Anschluss getroffen, schnappt sich die Kugel: Vom Innenpfosten findet der Ball den Weg zum 2:2-Ausgleich in die Maschen. Das gibt es doch gar nicht...
05 will mehr, verspielt den Ball, jetzt darf Fichte einen Konter laufen, spielt aber in Überzahl ins Abseits. 05 greift an, wieder kommt der Ball zu Isuf Asllani, in halblinker Position, im Grunde kann aus diesem spitzen Winkel nichts passieren. Asllani macht eine "Krücke, hat freie Schussbahn und jagt die Kugel auf die kurze Ecke. Matti Kuuse im Fichte-Tor, der vorher glänzend gehalten hatte, rechnet hier mit einer Flanke, am kurzen Eck findet der Ball den Weg zum 3:2 für 05 in die Maschen. Zum ersten Heimsieg in der Saison, und das am letzten Spiel vor eigenem Publikum. "So einen Mann wie Asllani muss man doch halten", fordern die Fans. Will 05 ja auch wohl, wenn denn die Preise stimmen...
Wenige Tage nach der Pleite und den fußballerischen Offenbarungseid der 05er bei Amisia Rheine präsentierte sich das Team gestern ordentlich. Die 05er boten über 90 Minuten gesehen eine gute Partie, brachten sich aber lange Zeit um den verdienten Lohn, weil man vor dem gegnerischen Tor die notwendig Kaltschnäuzigkeit vermissen ließ. Und weil es Spieler im 05-Dress gibt, denen offenbar der Stift geht, wenn sie eine gute Chance haben ...
Toylular, Garmann (2) und Asllani hätten 05 in Front bringen können, Fichte fand nur schwer in die Partie. Wurde dann besser, 05 hatte Glück beim Pfostenschuss von Ilic. Dann hatte Guido Göcke die 05-Chance zum 1:0, fand aber in Keeper Matti Kuuse seinen Meister. Als die wenigen Fans schon auf dem Weg zum Pausenkaffee waren, da ging Fichte in Front: Patzer von Catanzaro, Schwesig hatte den Mut zum Abschluss, "wie ein Strich" flog der Ball unhaltbar in die lange Ecke.
05 kam mutig aus der Kabine, wollte unbedingt den Ausgleich. Doch bei einem Hammer von Göcke war Kuuse ebenso auf dem Posten wie beim Freistoß von Asllani. Dann unterlief Kuuse eine Flanke, Catanzaro war beim Kopfball zu überrascht. Janis Schneider zog aus spitzem Winkel ab, jetzt war Kuuse wieder hellwach, hatte beim Asllani-Kopfball aber Mühe.
Dann der Treffer zum 2:0 für Fichte, klasse von Kilbasoglu in die Spitze gespielt, von Duz eiskalt vollendet. Es folgten die sechs Minuten des Isuf Asllani, der mit einem lupenreinen Hattrik für eine Stimmung im "Salvus"-Stadion sorgte, die man schon gar nicht mehr kannte. Welch ein furioses Finale.