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Hyundai Tucson: Schaulaufen im Großstadtdschungel

In kaum einem Segment ist das Angebot so vielfältig wie bei den kompakten Geländewagen. Damit er in diesem Durcheinander nicht untergeht, putzt Hyundai den iX35-Nachfolger Tucson ordentlich heraus. Nicht nur die Form macht Fortschritte, auch das Format passt besser.

Mittwoch, 29.07.2015, 05:00 Uhr aktualisiert: 29.07.2015, 05:07 Uhr
Schickes Design, viel Komfort und gute Fahreigenschaften: Damit überzeugt der neue Hyundai Tucson.
Schickes Design, viel Komfort und gute Fahreigenschaften: Damit überzeugt der neue Hyundai Tucson. Foto: dpa

Berlin (dpa-infocom) - Keine andere Fahrzeugklasse boomt so sehr wie die der kompakten Geländewagen . Davon will jetzt Hyundai profitieren und schickt Mitte Juli den iX35-Nachfolger ins Rennen. Ein bisschen größer als früher, geräumiger und besser ausgestattet und deshalb auch ein wenig teurer, kommt er als Tucson ab 22 400 Euro in den Handel.

Vom hässlichen Entlein zum strahlenden Schwan

Mit dem Namen schlagen die Koreaner nicht nur eine Brücke zum großen Bruder Santa Fe und brechen für einen Hauch von Freiheit und Abenteuer aus ihrer üblichen Nomenklatur aus. Sie erinnern auch an die erste Generation ihres kompakten Geländewagens, die einen großen Anteil an den bislang 1,2 Millionen SUV-Zulassungen in Europa hat. Wo der erste Tucson allerdings noch ein hässliches Entlein war, geht das neue Modell als strahlender Schwan an den Start. Denn mit knackigeren Proportionen, schärferen Kanten und einem stolzen Bug wird der in Rüsselsheim entwickelte und in Tschechien gebaute Tucson zum Gesicht in der Menge. Und das kann sich auch neben einem Audi Q3 oder einem Mercedes GLC sehen lassen.

Mindestens so wichtig wie die neue Form ist das veränderte Format: Je drei Zentimeter mehr Radstand und Breite und sieben Zentimeter Zuwachs in der Länge - davon kommt innen einiges an: Jetzt 4,48 Meter lang, bietet der Tucson nicht nur mehr Platz für die Knie der Hinterbänkler und mehr Raum um die Schultern. Mit nun 513 Litern hat er jetzt auch den größten Kofferraum seiner Klasse. Wer ein paar Liter opfert, der kann die Sitzlehne im Fond in mehreren Stufen verstellen Und wer die Plätze im Fond preisgibt, der kann bis zu 1510 Liter einladen. Das geht bei entsprechenden Aufpreisen besonders einfach: Denn die automatische Heckklappe schwingt elektrisch auf, sobald man nur lange genug mit dem Schlüssel in der Hosentasche hinter dem Wagen steht.

Viel Komfort, wenig Connectivity

Das ist allerdings eines der wenigen Extras, mit denen sich Hyundai aus der breiten Masse abhebt. Ansonsten ist die Ausstattung mit klimatisierten Sitzen oder einem großen Panoramadach üppig und mit Assistenten wie der Verkehrszeichen-Erkennung oder der Parkraumüberwachung auf dem Stand der Technik. Aber Überraschungen gibt es keine, und beim Infotainment leisten sich die vorbildlichen Koreaner sogar ein paar Patzer. Denn so groß und glänzend der Touchscreen auch im schmucken Cockpit steckt, ist von Apple Carplay oder Mirror Link noch keine Rede und eine Bluetooth-Verbindung muss zur Smartphone-Integration reichen. Dafür allerdings bieten die Koreaner als einzige für sieben Jahre kostenlose Updates für das Navigationssystem.

Die volle Vielfalt bietet Hyundai unter der Haube. Mit zwei Benzinern und drei Dieseln von 85 kW/115 PS bis 137 kW/186 PS, mit drei Getrieben und dem Aufstieg vom Front- zum Allradantrieb für rund 1500 Euro reklamieren die Koreaner für sich die breiteste Antriebspalette am Markt. Allerdings ist das für sie eine leichte Übung - schließlich wurden die allermeisten Motoren vom Vorgänger übernommen und nur dezent optimiert.

Fahrkultur auf Premium-Niveau

Neu ist lediglich der stärkere Benziner, den ein Turbo ordentlich Leben einhaucht. Mit bis zu 265 Newtonmeter entwickelt der 1,6-Liter reichlich Durchzug und sorgt bei moderaten 1,6 Tonnen Leergewicht für eine sehr entspannte Fahrt: Von 0 auf 100 km/h in 9,8 Sekunden, im Ernstfall knapp über 200 Sachen und dazu eine unauffällige Doppelkupplung - so vergehen auch lange Strecken wie im Flug.

Erst recht, seit dem das Fahrwerk deutlich verbessert und die Geräuschdämmung optimiert wurde. In Sachen Fahrkultur schließt der Tucson damit zu viel teureren Modellen auf. Nur die Albernheit mit dem Sportmodus hätten die Koreaner nicht kopieren müssen. Mangels adaptiver Dämpfer wirkt der ohnehin nur auf Lenkung und Antrieb - und ist in diesem Segment bei Leistungen unter 200 PS nun wirklich überflüssig.

Fazit: Gut gerüstet ins Getümmel

Nicht einzig, aber artig: Mit der dritten Generation des kompakten Geländewagens ist Hyundai gut gerüstet für das Getümmel in diesem Segment. Für herausragende Eigenschaften reicht es diesmal zwar nicht, doch mit einem schmucken Design, solider Ausstattung, aktuellen Motoren und hohen Maß an Fahrkultur wird der Tucson seinen Stammplatz unter den SUV in der Kompaktklasse leicht verteidigen.

Datenblatt: Hyundai Tucson 1.6 Turbo

Motor und Antrieb: Vierzylinder-Turbo-Benzindirekteinspritzer Hubraum: 1591 ccm Max. Leistung: 130 kW/177 PS bei 5500 U/min Max. Drehmoment: 265 Nm bei 1500 - 4500 U/min Antrieb: Allradantrieb Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplung
Maße und Gewichte Länge: 4,48 m Breite: 1,85 m Höhe: 1,64 m Radstand: 2,67 m Leergewicht: 1609 kg Zuladung: 420 kg Kofferraumvolumen: 513-1510 Liter
Fahrdaten Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h Beschleunigung 0-100 km/h: 9,8 s Durchschnittsverbrauch: 7,5 Liter/100 km Reichweite: 830 km CO2-Emission: 175 g/km Kraftstoff: Super Schadstoffklasse: EU6 Energieeffizienzklasse: k.A.
Kosten Basispreis des Hyundai Tucson: 22 400 Euro Grundpreis des Hyundai Tucson 1,6 Turbo AWD Automatik: 31 350 Euro Typklassen: k.A. Kfz-Steuer: 192 Euro/Jahr
Wichtige Serienausstattung Sicherheit: Sechs Airbags, Allradantrieb, elektrische Parkbremse Komfort: Klimaautomatik, beheizbares Lenkrad, Sitzheizung, Tempomat

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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