Ladeinfrastruktur
Deutlicher Anstieg bei Zahl der Ladepunkte für E-Autos

Zwar werden immer mehr Elektroautos neu zugelassen - aber auf einem überschaubaren Niveau. Um den Marktdurchbruch zu schaffen, kommt es auf eine ausreichende Ladeinfrastruktur an. Wie ist der Stand?

Mittwoch, 14.08.2019, 10:44 Uhr aktualisiert: 14.08.2019, 10:52 Uhr
Ein E-Golf von VW lädt im Werk von Volkswagen Sachsen in Zwickau an einer Ladesäule.
Ein E-Golf von VW lädt im Werk von Volkswagen Sachsen in Zwickau an einer Ladesäule. Foto: Hendrik Schmidt

Berlin (dpa) - Fahrer von Elektroautos können ihren Wagen an immermehr öffentlich zugänglichen Stationen aufladen. Ende Juli gab esdeutschlandweit mehr als 20.500 Ladepunkte - das waren knapp 52Prozent mehr als vor einem Jahr. Davon werden nach Angaben desBundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 75 Prozentdurch die Energiewirtschaft betrieben.

«Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur hält mit dem aktuellenMarkthochlauf von Elektroautos mit», sagte Stefan Kapferer,Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, der DeutschenPresse-Agentur. Auch im ländlichen Raum gebe es zunehmend Ladepunkte.

Kapferer forderte die Bundesregierung zugleich auf, Hindernisse zubeseitigen: «Wir brauchen aber einen schnelleren Ausbau derLadeinfrastruktur im privaten Bereich und an Arbeitsplätzen. Dennhier dürften in Zukunft die meisten E-Autos geladen werden.» Dazumüsse die Bundesregierung viel mehr tun.

«Vor allem brauchen wir endlich eine Änderung des Miet- undWohneigentumsrechts», sagte Kapferer. «Es ist sehr hinderlich, dassdie Bundesregierung das noch immer nicht umgesetzt hat. Eine Änderungkostet nichts, würde aber sehr viel bringen.» Bisher kann in einerWohnungseigentümergemeinschaft ein Eigentümer nur dann eine Ladesäuleaufstellen, wenn alle anderen Eigentümer dieser Gemeinschafteinwilligten. Zudem kann in einer Mietimmobilie der Vermieter den Baueiner Ladesäule verweigern.

Ein dichtes Netz von Ladestationen gilt als Voraussetzung dafür, dassmehr Elektroautos benutzt und gekauft werden. Deutlich mehrE-Fahrzeuge in den kommenden Jahren sind immens wichtig, damitAutobauer strengere CO2-Grenzwerte bis 2030 einhalten können.Außerdem geht es darum, Klimaziele zu erreichen. EineRegierungskommission hatte als Ziel formuliert, dass bis 2030 zehnMillionen Elektro-Pkw notwendig sind.

Im ersten Halbjahr 2019 stiegen die Neuzulassungen von Elektroautoszwar deutlich an, aber auf einem immer noch überschaubaren Niveau.Die Zahl der neu zugelassenen Hybridautos erhöhte sich nach Zahlendes Kraftfahrt-Bundesamtes um fast 70 Prozent auf rund 103.00Fahrzeuge. Hybridautos kombinieren einen E-Antrieb mit einemVerbrennungsmotor. Die Zahl der reinen E-Autos wuchs um 80 Prozentauf rund 31.000 Wagen. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monatenrund 1,85 Millionen Autos neu zugelassen.

Das Bundeskabinett hatte vor kurzem ein milliardenschweres Paket zurFörderung der E-Mobilität auf den Weg gebracht. Dazu zählt dieVerlängerung eines Steuerprivilegs für Elektro-Dienstwagen.

In den nächsten Jahren sollen zahlreiche neue E-Auto-Modelle auf denMarkt kommen. So startet der deutsche Marktführer Volkswagen imkommenden Jahr eine Offensive, unter anderem mit dem neuen Modell ID3.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6848376?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686138%2F2686293%2F2686296%2F
Nachrichten-Ticker